TV Welle
"Wir sind vorbereitet"

Svenja Horstmann (7. v. li.) machte die  Übungsleiter des TV Welle in puncto "Erste Hilfe am Kind" fit
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Tolles Engagement des TV Welle: Mehrere Übungsleiter nahmen jetzt an einem speziellen Erste-Hilfe-Kursus teil, bei dem Svenja Horstmann vor allem wichtige Ratschläge bei der Erstversorgung von Kindern gab.

mum. Welle.
Wahrscheinlich hat jeder schon einmal einen Erste-Hilfe-Kursus gemacht - mindestens, um für die Führerscheinprüfung zugelassen zu werden. Doch was davon ist wirklich noch in Erinnerung? Diese Frage stellten sich Übungsleiter des TV Welle (Samtgemeinde Tostedt). Vor allem bei der Erstversorgung von Kindern gilt es bestimmte Dinge zu beachten. Aus diesem Grund organisierte der Verein kurzerhand einen Kursus, bei dem es speziell um "Erste Hilfe am Kind" ging.
Gut für den TV Welle - mit Svenja Horstmann haben sie die perfekte Referentin in den eigenen Reihen (siehe Kasten). "Ich finde es gut, dass sich der Verein mit dem Thema beschäftigt", so Horstmann. Erst kürzlich hatte sie einen ähnlichen Workshop beim niedersächsischen Turnerbund angeboten. "So lange nichts passiert, ist immer alles gut. Aber wenn was geschieht, ist der Aufschrei groß", so Horstmann. Sie ist davon überzeugt, dass es nicht reicht, nur einen Kursus belegt zu haben. "Erst durch die Wiederholung bekommt man die Sicherheit, im Notfall richtig zu handeln." Aus diesem Grund blieb es beim TV Welle auch nicht bei der reinen Theorie. Die Übungsleiter mussten selbst anpacken und ausprobieren.
Darüber hinaus hatte Svenja Horstmann viele interessante Informationen im Gepäck. "Neuerdings ist das Rausziehen von Zecken eine Erste-Hilfe-Maßnahme", erklärte Horstmann den Teilnehmern. "Allerdings nur mit Unterschrift der Eltern. Zumindest müssen sie angerufen und informiert werden."
Verbrühungen beziehungsweise Verbrennungen, die größer als der Handteller des Verletzten sind, dürfen nicht mehr gekühlt werden. Die Gefahr der Unterkühlung ist sonst zu groß. "Kleine Verbrennungen am besten ein paar Minuten mit handwarmem Wasser kühlen", so die Expertin. "Großflächigen Verbrühungen mit einem keimfreien Verbandtuch abdecken und die 112 wählen oder direkt ins Krankenhaus fahren."
Speziell für den Vereinssport hatte Svenja Horstmann die Themen Unfallprävention und Sportverletzung aufbereitet. Ihr Appell: "Bitte kein Eisspray benutzen, denn es besteht die Gefahr von Erfrierungen." Zudem informierte sie die Teilnehmer über Vorschriften und Meldungen bei Unfällen. Ein wichtiger Aspekt war die Wiederbelebung von Kindern. Außerdem beschäftigte sich die Gruppe intensiv mit dem automatisierten externen Defibrillator (AED). "Das gehört einfach zur Grundausbildung dazu", sagt Horstmann. "Eigentlich müssten solche Geräte inzwischen überall zu finden sein, wo Sport getrieben wird - also auch in jeder Sporthalle."
Am Ende eines spannenden Tages waren sich die Übungsleiter einig, ihre Freizeit gut investiert zu haben. "Natürlich hofft jeder von uns, niemals in die Situation zu geraten, Erste Hilfe leisten zu müssen", sagt Oliver Andersen. Er trainiert beim TV Welle die U11-Fußballer. "Doch es ist ein gutes Gefühl, jetzt etwas besser vorbereitet zu sein."

Erfahrene Übungsleiterin
Svenja Horstmann (41) arbeitet als Kinderkrankenschwester im Mariahilf in Harburg. Zuvor war sie zehn Jahre auf der Kinderintensiv-Station im Krankenhaus Heidberg (Hamburg). "Da ich nicht nur die medizinische, sondern auch die alternative Seite spannend finde, begann ich die Ausbildung zur Heilpraktikerin in der Paracelsus-Schule in Hamburg", so Horstmann, die vier Kinder hat. Sie begann einen Babykursus. "Ich erkannte, dass es mir sehr viel Spaß macht, den Eltern und Babys viele schöne und lehrreiche Stunden zu bescheren." Während dieser Zeit stellte sie fest, dass sehr wenig bis gar keine "Erste-Hilfe-Kurse am Kind" angeboten werden. "Die Nachfrage aber ist riesig, also begann ich die Ausbildung beim DRK und unterrichte seitdem mit viel Freude." Beim TV Welle ist Horstmann Übungsleiterin (Kinderturnen) und Indoorcycling-Trainerin.

"Zähne kühl aufbewahren" und weitere Erste-Hilfe-Tipps
Svenja Horstmann gibt den WOCHENBLATT-Lesern ein paar Tipps zum Thema Erste Hilfe:

  • Nasenbluten: Kälte in den Nacken, damit die Gefäße sich verengen und Kopf nach vorn. Bei Kindern gern einen roten Eimer oder ein rotes Handtuch nehmen. Dann wirkt das Blut nicht so beängstigend.
  • Ausgeschlagene Zähne: Oft ist ein Zahnstück abgebrochen oder ein Zahn ganz ausgeschlagen. Dann sollte man so schnell wie möglich einen Zahnarzt aufsuchen. Er kann Zahnbruchstücke mit einem Spezialkunststoff wieder ankleben. Einen ausgeschlagenen Zahn kann er wieder einsetzen. Aber ausgeschlagene Zähne trocknen innerhalb weniger Minuten aus. Dabei sterben die an der Wurzeloberfläche haftenden Zellen nach und nach ab. Daher feucht und kühl lagern.
  • Bewusstlosigkeit: Sprechen Sie das Kind an und kneifen es vorsichtig in verschiedene Körperstellen. Reagiert es nicht, überprüfen Sie umgehend die Atmung. Atmet das Kind, bringen Sie es schnellstmöglich in die stabile Seitenlage und rufen sofort die 112.
  • Keine Atmung: Können Sie keine Atmung feststellen, führen Sie sofort eine Mund-zu-Mund-Beatmung durch. Dabei sollte ein Atemstoß eine bis anderthalb Sekunden dauern. Beobachten Sie, ob sich der Brustkorb des Kindes hebt. Wiederholen Sie die Beatmung fünfmal. Setzt daraufhin kein Lebenszeichen ein, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage (100-120 Mal pro Minute). Nach 30 Kompressionen erfolgen zwei Beatmungen.
  • Allergischer Schock: Ob nach einem Insektenstich oder einem bestimmten Lebensmittel - treten plötzlich Quaddeln am Körper, Übelkeit, Schüttelfrost, Herzrasen oder Atemnot auf, rufen Sie sofort den Notarzt. Ein allergischer Schock ist immer ein Notfall, der sofort behandelt werden muss.
  • Verschluckter Gegenstand: Beginnt ein Kind plötzlich zu husten, zu würgen oder läuft blau an, müssen Sie schnell handeln: Legen Sie Ihr Kind mit dem Bauch auf den Schoß, sodass Kopf und Arme herunterhängen. Schlagen Sie nun mit der flachen Hand mehrfach zwischen die Schulterblätter, damit der Gegenstand wieder herausgespuckt wird. Gelingt das nicht, sofort die 112 rufen.
  • Sonnenstich: Zu starke oder längere Sonneneinstrahlung kann die Hirnhäute reizen - und noch Stunden später zu Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und/oder Erbrechen führen. Dann gilt: Bringen Sie Ihr Kind sofort in den Schatten und kühlen Sie den Nackenbereich mit kalten Umschlägen. Bessert sich der Zustand nicht oder droht sogar Bewusstlosigkeit, rufen Sie die 112.

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