Experten glauben, dass der Wolf in Deutschland in das Jagdrecht aufgenommen werden kann
"Koexistenz braucht Regulierung"

Sprachen sich für die Bestandsregulierung des Wolfes aus (v. li.): Jörn Ehlers, Professor Hans-Dieter Pfannenstiel, Gerd Dumke und Wendelin Schmücker
  • Sprachen sich für die Bestandsregulierung des Wolfes aus (v. li.): Jörn Ehlers, Professor Hans-Dieter Pfannenstiel, Gerd Dumke und Wendelin Schmücker
  • Foto: Landvolk
  • hochgeladen von Anke Settekorn

(mum). "Die Debatte über ein echtes und effektives Wolfsmanagement in Deutschland ist längst überfällig, denn Koexistenz braucht Bestandsregulierung", betont Wendelin Schmücker, Vorsitzender des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, anlässlich eines Pressegesprächs zur Filmvorstellung "Echte Fakten über Wölfe". Eine Koexistenz zwischen Wolf und Weidetierhaltung könne in Deutschland nur funktionieren, wenn die Bestände der Wölfe reguliert und seiner unbeschränkten Ausbreitung in Deutschland Grenzen gesetzt werden. Anderenfalls sei die Weidehaltung von Schafen, Ziegen, Pferden und Rindern auf der Weide in Frage gestellt, betonte Jörn Ehlers, Sprecher des Aktionsbündnisses aktives Wolfsmanagement. "Nicht nur die Weidetierhalter, sondern immer mehr Menschen im ländlichen Raum akzeptieren nicht länger, dass der Naturschutz ihnen allein die Folgen der Ausbreitung der Wölfe auflastet." Im Zuge des Pressegesprächs betonte zudem Professor Hans-Dieter Pfannenstiel (FU Berlin/Zoologie): "Der Wolf kann bereits auf Grundlage des bestehenden europäischen Rechts in Deutschland in das Jagdrecht aufgenommen und über das bewährte Reviersystem reguliert werden. Beispiele für gelungene Regulierung bieten etwa Schweden, Frankreich und Finnland, wo Weidetierhaltung und Wolfsschutz durch den Einsatz der Jagd und der Jäger konfliktarm nebeneinander bestehen."
Die gezielte Entnahme von Wölfen sei nach internationalem und europäischem Recht grundsätzlich möglich. Pfannenstiel: "In einigen europäischen Ländern, wie beispielsweise Frankreich, wird ein derartiges Management umgesetzt." Die Bedingungen dafür seien auch in Deutschland erfüllt, da die Wölfe keine vom Aussterben bedrohte Wildart sind.
"Wenn Politiker und Naturschützer sich bei ihren Vorschlägen auf 'Problemtiere' und Entschädigungen konzentrieren, geht das an der Realität vorbei und wird der Dimension, die das Problem inzwischen angenommen hat, nicht im Mindesten gerecht", so Wendelin Schmücker. "In Wirklichkeit ist es so, dass allein in Brandenburg mehr Wölfe leben als in Schweden, wo längst eine Obergrenze eingeführt wurde."
• Mit der Dokumentation "Echte Fakten über Wölfe" hat sich der Förderverein der Deutschen Schafhaltung zum Ziel gesetzt, für Aufklärung zu sorgen. Die DVD ist über die ISBN-Nummer 978-3-9819509-2-2 im Buchhandel erhältlich. Zudem kann sie online unter www.weidetierhaltung-wolf.de bestellt werden.

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