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DRK-Aktion mit großem Erfolg

Roger Grewe (li., DRK-Geschäftsführer) und Stephan Schrader (WOCHENBLATT-Geschäftsleitung) initiierten die Aktion (Foto: DRK)
 
Lisa Marie Rieckmann ist das 150. Mitglied der Kampagne zum DRK-Jubiläum (Foto: oh)
Riesen Erfolg für die WOCHENBLATT-Aktion anlässlich des 150jährigen Rotkreuz-Jubiläums. Innerhalb eines Jahres - bis Mai 2014 - hatten sich der WOCHENBLATT-Verlag und der DRK-Kreisverband Harburg-Land vorgenommen, 150 neue Mitglieder für die Ortsvereine zu gewinnen. Sowohl für die aktive Unterstützung wie auch eine Fördermitgliedschaft wurden neue Mitglieder gesucht.
Jetzt wurde Bilanz gezogen: Das Ziel wurde sogar überschritten! Die 36 Ortsvereine konnten insgesamt 225 neue Mitglieder verzeichnen. Darunter als 150. Neuzugang Lisa Marie Rieckmann, die in weiter Ferne ihre Beitrittserklärung ausgefüllt hat. Die 19-Jährige absolviert momentan ein Freiwilliges Soziales Jahr in Indien und schrieb aus dem Shanti Ashram, etwa 1.000 Kilometer südlich von Mumbai, über ihre Motivation, dem DRK-Ortsverein Brackel beizutreten.
WOCHENBLATT-PR-Redaktionsleiter Axel-Holger Haase sprach mit ihr.
WOCHENBLATT: In der Familie ihrer Mutter ist es üblich, dass weibliche
Familienmitglieder ins Rote Kreuz eintreten. Sind Sie deswegen Mitglied
geworden oder hatten Sie auch andere Beweggründe?
Lisa Rieckmann: Dies war ein wichtiger Beweggrund, denn ich schätze
Traditionen. Gerade in der ländlichen Gegend, in der ich hier in Indien lebe, haben Traditionen Einfluss auf alle Bereiche des Lebens der Menschen. Auch wenn einige davon kritisch zu betrachten sind, ist es doch traurig, dass so viele eigentlich zum Leben gehörenden Traditionen verloren gehen. Wenigstens persönlich kann man sich entscheiden, ob man Traditionen lebt oder sich dagegen entscheidet.
Außerdem unterstütze ich gerne das Engagement des DRK und dessen Arbeit, da
es vielen Menschen zu Gute kommt. Auch in kleinen Dingen, wie mit einer Mitgliedschaft in dieser großen Gemeinschaft, kann man etwas bewirken.
WOCHENBLATT: Sie waren schon als Kind mit beim Blutspenden und konnten es als kleines Kind nicht abwarten, selbst zu spenden, sagten Sie. Wie ist Ihre Erinnerung daran?
Lisa Rieckmann: Immer wenn meine Eltern zum Blutspenden gingen, bin ich
gemeinsam mit meinen Geschwistern mitgekommen. War es doch zu interessant,
wie der ganze Prozess vonstatten ging. Riesig erscheinende Nadel und
fließendes Blut weckten meine Neugierde an der Medizin. Und wenn meine Eltern ruhen mussten, waren immer andere Kinder dort zum Spielen oder die Bibliothek der Schule stand offen mit zahlreichen Büchern. Es stimmt, ich konnte es nicht abwarten nach meinem 18. Geburtstag endlich Blut spenden zu dürfen. Tatsächlich war dieser Geburtstag für mich auch immer mit diesen Gedanken verknüpft, denn wer wollte als kleines Kind nicht gerne erwachsen sein und das Gleiche ausprobieren und tun wie die Erwachsenen. Später wollte ich dann zu gerne meine Blutgruppe erfahren und zudem wurde mir bewusst, das man mit dem wenigen Blut, das man gibt, vielleicht irgendwo anders einen Menschen helfen kann. Leider habe es ich das Blutspenden vor meinem Auslandsjahr in meiner zweiten Heimat in Südindien nicht mehr geschafft. Das wird auf jeden Fall nachgeholt.
WOCHENBLATT: Sie machen ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Indien. Wie kam die Idee dazuzustande, was machen Sie dort?
Lisa Rieckmann: Ein Jahr (das leider fast zu Ende ist) und ein Land in
wenigen Worten zu verpacken und trotzdem allem gerecht zu werden ist schier
unmöglich. Hier ein Versuch, einen kleinen Eindruck zu verschaffen.
Meine Entscheidung ein Jahr in Indien zu verbringen, begründet sich darin,
dass ich mich gerne nach der Schule sozial engagieren wollte und das am
Liebsten in einem anderen Land mit einer anderen Kultur. Mit Kindern wollte ich arbeiten und in Indien, weil man in Europa eher wenig über das Land kennt.
So bin ich in meinem zweiten Zuhause, dem Shanthi Ashram, gelandet. Ein
Zuhause für 47 Kinder zwischen drei und 16 Jahren, den liebevollen "Aunties"
und den kümmernden "Sisters". Der Alltag meiner Mitfreiwilligen und Freundin gewordenen Elisa hat sich immer wieder verändert. Doch eins ist gleichgeblieben: Wir helfen, wo gerade Hilfe benötigt wird. Das Schönste ist es, wenn man das Lachen der Kinder um sich herum hat und die Freude auf ihren Gesichtern strahlen sieht und wir ein Lächeln auf ihren Gesichtern gezaubert haben. Es gibt viele kleine Momente im Alltag in dem kleinen Dorf Vijayadka in Karnataka, die ich niemals vergessen werde.
WOCHENBLATT: Sie haben auch ein Projekt für sauberes Trinkwasser ins Leben gerufen?
Lisa Rieckmann: Zu dem Wasserprojekt kam es dadurch, dass es wundervolle Menschen in meiner Heimat gibt, die an die Kinder hier gedacht haben. Dem Engagement des Teenkreises vom EC Brackel ist es zu verdanken dass wir sauberes fließendes Wasser haben. Danke an alle "Schrott für Gott"- Organisierer und Spender!
Meine Eltern haben das Projekt auch privat unterstützt. Davor haben alle
gemeinsam vier Monate monatelang Wasser aus einem Wassertank in
Eimern fürs Kochen, Trinken, Wäsche waschen und Duschen ins Ashram geschafft. Von dem Geld wurde eine neue Pumpe installiert und es hat sich auf einen Monat ohne fließendes Wasser für die zukünftigen Jahre reduziert. Desweiteren werden von den Spenden kleine nötige Investitionen getätigt und der bei den Arbeiten beschädigte Waschstein und dessen Dach repariert. Nochmals ein Dankeschön!
WOCHENBLATT: Sie wollen Humanbiologie studieren - möchten
Sie Ihr soziales Engagement zu Hause fortsetzen?
Lisa Rieckmann: Mein Wunschstudium spiegelt meine Interessen und Fähigkeiten wieder. Mein Studium, der folgende Beruf und mein Interesse an
sozialem Engagement zu vereinbaren, sind meine Ziele in Deutschland.
Allerdings wird sich das vermutlich eher auf die Freizeit verlagern.
Auf jeden Fall werde ich mich weiter fürs Shanthi Ashram engagieren.
Mal sehen, was die Zukunft bringt. Vielleicht nutze ich meine Tätigkeit im
DRK dazu.
WOCHENBLATT: Frau Rieckmann, wie danken für das Gespräch.