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Am Ende steht ein dickes Minus

Im Gewerbegebiet am Trelder Berg gibt es keine freien Flächen mehr. Der Großteil ist verkauft, rund 6,8 Hektar sind reserviert

Stadt Buchholz macht im Gewerbegebiet am Trelder Berg einen Verlust von 5,45 Millionen Euro / Unterschiedliche Deutung

os. Buchholz. Wenn am Ende dieses Jahres das Projekt "Gewerbegebiet Trelder Berg" (GE III) abgeschlossen wird, steht für die Stadt Buchholz ein dickes Minus. Der Gesamtverlust summiert sich auf 5,45 Millionen Euro. Das geht aus dem Finanzreport der Buchholzer Stadtverwaltung über das Gewerbegebiet zwischen den Bundesstraßen 75 und 3 hervor.
In dem im Jahr 1999 vom damaligen Bauausschuss-Chef Günter Helmrich, dem damaligen Stadtdirektor Andreas Bendt, dem Notar und FDP-Politiker Hans-Hellmut Schmitz, dem Makler Wilhelm Schomburg und dem damaligen Kämmerer und späteren Bürgermeister Wilfried Geiger auf den Weg gebrachten Gewerbegebiet sind keine freien Flächen mehr vorhanden. Am 30. März entscheidet der Verwaltungsausschuss über den Grundstücksverkauf an der Hanomagstraße - zwischen dem t+t-Markt und dem in Bau befindlichen Gebäude der Firma "WM". 23 Hektar Bauland sind im GE III verkauft, 4,6 Hektar hat die Stadt Buchholz im Erbbaurecht vergeben, die verbleibenden 6,8 Hektar sind reserviert.
Das Gewerbesteueraufkommen im GE III lag zwischen 2003 und 2016 bei ca 2,3 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt ca. 120.000 Euro Grundsteuer und 460.000 Euro Gewerbesteuer ein.
Ende 2014 übernahm die Stadt Buchholz nach Ende des Treuhandvertrags mit dem Projektpartner NILAG/DSK die verbleibenden Flächen. Dafür nahm die Stadt ein Darlehen in Höhe von 10,5 Millionen Euro auf. Ende 2016 blieb nach einer Tilgung durch Grundstücksverkäufe sowie Sondertilgungen eine Finanzierungslücke von 8,7 Millionen Euro übrig. Durch Grundstücksverkäufe in dem vergangenen und in diesem Jahr will die Stadt 6,6 Millionen Euro erlösen, sodass Ende 2017 eine Finanzierungslücke von 2,1 Millionen Euro übrig bleibt. Zusammen mit bereits geleisteten Zahlungen an die NILEG in Höhe von 3,9 Millionen Euro bleibt, nachdem der Wert der Erbbaugrundstücke gegengerechnet sind, der oben genannte Gesamtverlust in Höhe von 5,45 Millionen Euro.
Die Politik deutet das Ergebnis völlig gegensätzlich. Das wurde in der Haushaltssitzung des Buchholzer Stadtrates in der vergangenen Woche durch. Während Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse, die CDU und die FDP von einer Investition in die Zukunft sprechen und betonen, dass die Verluste mittelfristig durch die Gewerbesteuer-Einnahmen ausgeglichen werden, warnten Vertreter von SPD, Grünen, Buchholzer Liste und Linken vor weiteren Verlusten, sollten weitere Gewerbeflächen ausgewiesen werden. "Im GE III haben viele gut verdient, nur nicht die Stadt Buchholz", kritisierte Grünen-Fraktionsvorsitzende Gabriele Wenker.
Die Beratungen über weitere Gewerbeflächen, z.B. die erneute Erweiterung des Gewerbegebietes Vaenser Heide II in Richtung Dibbersen, werden spannend. Dass derzeit in der Nordheidestadt keine Flächen für interessierte Unternehmen zur Verfügung stehen, dürfte keiner Partei schmecken.