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Ortsumgehung "B 75 neu": Werbepylon soll befürchteten Kundenrückgang abfedern

Das Modell der "B75 neu" verdeutlicht die Dimensionen des Mega-Kreisels. Oben liegt Dibbersen, rechts geht es zur A1 Bremen-Hamburg, links nach Tostedt und unten rechts nach Buchholz
os. Dibbersen. Die Werbegemeinschaft Dibbersen fürchtet nach der Fertigstellung der Ortsumgehung „B75 neu“ deutlich weniger Kunden entlang der jetzigen Ortsdurchfahrt. Dem will der Zusammenschluss der zehn Geschäfte mit einem gemeinsamen, mehr als 30 Meter hohen Werbepylon begegnen. Problem: Im gültigen Bebauungsplan sind im Buchholzer Norden nur deutlich niedrigere Werbeanlagen gestattet. „Wir hoffen auf eine Ausnahmegenehmigung“, sagt Frauke Petersen-Hanson, Geschäftsführerin des McDonald‘s-Schnellrestaurants an der B75. Am Donnerstag wurde die aktuelle Planung vorgestellt. Auch Vertreter der Ratsfraktionen waren dazu eingeladen. Nur Joachim Zinnecker (Grüne), Ortsbürgermeisterin Gudrun Eschment-Reichert und Wolfgang Niesler (beide SPD) fanden den Weg ins Gasthaus Frommann. Die Fraktionen von CDU, FDP, UWG, Buchholzer Liste und Piraten glänzten durch Abwesenheit.
Wie berichtet, entsteht bis 2015 im Osten von Dibbersen eine rund drei Kilometer lange, autobahnähnliche Ortsumgehung. Der Bund investiert rund 17,5 Millionen Euro in die Maßnahme. Bislang fahren täglich rund 25.000 Autos durch Dibbersen, nach Fertigstellung der „B75 neu“ sollen es nur noch ca. 1.500 Fahrzeuge sein.
„Wir sind auf den Durchgangsverkehr dringend angewiesen. Wenn dieser wegfällt, müssen wir Passanten auf andere Weise auf uns aufmerksam machen“, argumentiert Frauke Petersen-Hanson. Die „B75 neu“ liegt in Dibbersen in einem Tal und wird rund zehn Meter unter einem Mega-Kreisel mit 100 Metern Durchmesser hindurchgeführt. „Da werden unsere Geschäfte nicht mehr wahrgenommen“, befürchtet Frauke Petersen-Hanson. Sie rechnet für ihr Restaurant mit 20 bis 30 Prozent weniger Gästen. Andere Geschäfte könnte es noch härter treffen.
Ob die politische Lösung kommt, die von der Werbegemeinschaft gewünscht ist, steht nach der Diskussion am Donnerstag in Frage. Die Friss-oder-stirb-Strategie der Gewerbetreibenden - allein die Politik ist für ein eventuelles Firmensterben in Dibbersen verantwortlich, wenn sie den Werbepylon nicht genehmigt - kam bei den Politikern nicht gut an. Eschment-Reichert und Zinnecker verwiesen darauf, dass im Außenbereich derartige Werbeschilder nicht zulässig sind.
Zinnecker baute eine Brücke und ermutigte die Werbegemeinschaft, einen Bauantrag für den Pylon zu stellen, damit das Thema in die politischen Gremien kommt. Vielleicht ist die Tür für die Gewerbetreibenden noch nicht ganz zu.