Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wildschweine im Steinbachtal "Bejagung ist möglich"

Im Steinbachtal fühlen sich Wildschweine sauwohl (Foto: archiv tp)
mi. Buchholz. Der Stadt ist das Problem seit Langem bekannt. Im Buchholzer Steinbachtal marodieren immer wieder Wildschweinrotten durch die Gärten der dortigen Wohnhäuser und richten große Schäden an. Anwohner fordern deswegen seit Jahren eine Lösung des Wildschweinproblems. Doch passiert ist bisher nicht viel.
„Jetzt will die Stadt Buchholz handeln“ titelte das WOCHENBLATT. Das war 2013. Gelöst wurde das Wildschweinproblem aber offenbar nicht. Jüngst erst wandte sich wieder ein Betroffener an das WOCHENBLATT, dessen Garten von den Schwarzkitteln verwüstet worden ist.
Allerdings ist eine Lösung des Problems auch nicht so einfach: Wie berichtet, können die Tiere nicht einfach zur Strecke gebracht werden, denn es handelt sich bei dem Wohngebiet um einen so genannten befriedeten Bezirk, in dem nicht mit der Waffe gejagt werden darf. Jedenfalls nicht ohne Weiteres. Allerdings wäre die Stadt sicher auch schlecht beraten, die Sache einfach auszusitzen. Das bestätigte jüngst auch Kreisjägermeister Norbert Leben. Im Ordnungsausschuss des Kreises berichtete er, die Jägerschaft habe die Stadt Buchholz bereits vor eineinhalb Jahren gewarnt, dass die Wildschweine zum Problem werden könnten. Dabei gäbe es auch in einem befriedeten Bereich andere Mittel als die Waffe, zum Beispiel den „Saufang“, eine Art Lebendfalle für Wildschweine.
Folgt man dem erfahrenen Jäger Peter Wilke, wäre im Steinbachtal auch eine Bejagung möglich. Wilke hat die Berichterstattung zu den Wildschweinen im Steinbachtal im WOCHENBLATT über Jahre aufmerksam verfolgt und will helfen.
Peter Wilke: „Eine Möglichkeit wäre eine einmalige Bejagung der Tiere, dafür müsste allerdings eine rechtssichere Genehmigung vorliegen und die Anwohner müssten damit einverstanden sein.“ Für die Bewertung der rechtlichen Rahmenbedingungen brauche es aber das Wissen von Experten. Und noch einen Tipp hat der kompetente Waidmann, der selbst auf 55 Jahre Erfahrung zurückblickt: Wie auch immer das Problem gelöst werde, wichtig sei, dass sich die Anwohner des Steinbachtals einig sind. Wilke: „Wenn - hypothetisch gesprochen - ein Bürger die Wildschweine weg haben will, ein anderer sie aber regelmäßig anfüttert, weil er so gerne Wildtiere beobachtet, kann das nicht klappen.“
Bei der Stadt Buchholz will man sich noch nicht zu konkreten Maßnahmen äußern. Es gebe aber laut Pressesprecher Heinrich Helms großes Interesse, das Problem nachhaltig zu lösen. In einem ersten Schritt werde es kurzfristig ein Gespräch mit dem Kreisjägermeister geben, parallel dazu evaluiere eine Arbeitsgruppe die Erfahrungen, die andere Kommunen, die sich in ähnlichen Situationen befinden, gemacht haben. Außerdem ist der Austausch mit Experten der Jagd- und Naturschutzbehörden angedacht.
Helms: „Ziel soll es sein, eine tragfähige und rechtssichere Lösung für das Problem zu finden.“ Bis dahin rate die Stadt Wildschwein-geplagten Anwohnern zur Aufstellung von Elektrozäunen. „Damit lassen sich die Tiere meist effektiv abwehren“, so der Stadtsprecher.