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"Wir brauchen unsere Schulsozialarbeiterin!"

Wollen ihre Schulsozialarbeiterin behalten: Hans-Ludwig Hennig (li., Albert-Einstein-Gymnasium) und Stefan Weinreich (Gymnasium Hittfeld)

Gymnasial-Rektoren schlagen Alarm: Pädagogische Arbeit droht schlechter zu werden

os. Buchholz/Hittfeld. Zwei Schulen, ein Problem: Der Vertrag der Schulsozialarbeiterin, die zu jeweils 50 Prozent im Albert-Einstein-Gymnasium (AEG) Buchholz und im Gymnasium Hittfeld beschäftigt ist, läuft zum 31. Dezember aus. Ob sie im neuen Jahr weiterbeschäftigt wird, steht in den Sternen. Grund: Die Finanzierung der Schulsozialarbeiter ist weitgehend ungeklärt. Die Schulleiter Hans-Ludwig Hennig (AEG) und Stefan Weinreich (Gymnasium Hittfeld) schlagen Alarm: "Das, was wir in der jüngeren Vergangenheit mühsam aufgebaut haben, wird mit einem Federstrich eingerissen. Wir brauchen die Schulsozialarbeiterin!"
Hintergrund: Ursprünglich wurden die Schulsozialarbeiter eingesetzt, um das Profil der Hauptschulen zu schärfen. Finanziert wurden die Pädagogen über das 2011 vom Bund beschlossene Bildungs- und Teilhabepaket. 2012 waren noch Mittel verfügbar, sodass sich auch Gymnasien um die Sozialarbeiter bewerben konnten. Hans-Ludwig Hennig tat das mit Erfolg: Die Pädagogin begann am AEG zu arbeiten, wie üblich mit einer halben Stelle. Später tat auch Weinreich seinen Bedarf kund, die Pädagogin stockte auf eine ganze Stelle auf.
"Es ist eine Mär, dass Gymnasien keinen Bedarf an Schulsozialarbeitern haben", erklärt Stefan Weinreich. Das Gegenteil sei der Fall: Im Internetzeitalter habe die Schulsozialarbeiterin gerade in unteren Klassen viel zu tun. "Mobbing, medialer Missbrauch und Verrohung der Umgangsformen haben stark zugenommen", sagt Weinreich. "Es klingt so lapidar, aber es ist für Außenstehende kaum vorstellbar, wie viel Zeit für die Aufarbeitung von Mobbingfällen draufgeht", ergänzt Hennig. Wenn zum Beispiel ein Streit zwischen zwei Schülern um ein über WhatsApp versendetes Bild entbrennt, braucht Hennig rund eineinhalb Arbeitstage, bis die Wogen wieder geglättet sind. Pro Woche gebe es mindestens einen entsprechenden Fall.
Hier könne die Schulsozialarbeiterin umgehend eingreifen und den Konflikt schnell und konsequent lösen, sagen Hennig und Weinreich unisono. Mit Bordmitteln könnten die Gymnasien das Problem nicht lösen. Hennig steht nur eine Beratungslehrerin zur Verfügung, die sich drei Stunden pro Woche um Probleme der insgesamt rund 1.150 (!) Schüler kümmern kann. Weinreich kann auf zwei Beratungslehrer zurückgreifen - ebenfalls viel zu wenig für die mehr als 1.100 Gymnasiasten in Hittfeld.
Hennig und Weinreich hoffen, dass das Land die Finanzierung doch noch weiter übernimmt. "Die Politik muss anerkennen, dass die Schulsozialpädagogen ein wichtiger Teil der Arbeit in Schulen sind. In den skandinavischen Ländern ist das seit 40 Jahren der Fall!"