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A26-Bau: Bauzäune sollen Wachtelkönig vergrämen

Solche Bauzaun-Konstruktion wurden in Abständen von etwa hundert Metern aufgestellt
bc. Neu Wulmstorf-Rübke. Was soll das denn sein?, fragen sich einige Bürger. Eine Kunstinstallation im öffentlichen Raum? Der Korridor, in dem im Rübker Moor derzeit die Vorarbeiten zum Bau der A26 laufen, wird von wenigen Metern langen, mit schwarzer Plane bespannten Bauzäunen flankiert, die im Abstand von etwa hundert Metern aufgestellt wurden. Was steckt dahinter?

Hans-Jürgen Haase, Leiter der Stader Straßenbaubehörde, erklärt die Maßnahme: "Die Bauzäune dienen dem Vogelschutz." Durch die Planen sollen die Piepmätze davon abgehalten werden, sich zum Brüten im Verlauf des Baufeldes niederzulassen. Es geht vor allem um den seltenen Wachtelkönig. Wie berichtet, wurde auf Weisung des Oberverwaltungsgerichts die Streckenführung der Autobahn zum Schutz der Vogelart dichter an den 600 Einwohner großen Ort Rübke herangerückt.

Der Wachtelkönig sei ein Fluchtvogel, der gerne in die Ferne blicken wolle. Die Planen verhindern das, so Haase. Daniel Nagel vom Büro "Gruppe Freiraumplanung", das im 3. Bauabschnitt der A26 für den landschaftspflegerischen Begleitplan zuständig ist, sagt auf WOCHENBLATT-Anfrage: "Das ist eine gängige Methode, um Brutvögel zu vergrämen."

Biologe Holger Henschel vom "Aland Planungsbüro" ist Experte für den Wachtelkönig in dem Areal. Er kümmert sich seit Ende der 1990er Jahre um die Bestandsaufnahme der Vogelart im EU-Vogelschutzgebiet "Moore bei Buxtehude".

Von dieser Art, Vögel zu verscheuchen, hat er bislang noch nichts gehört. Das sei jedoch auch unbedeutend. Denn in dem Bereich, in dem jetzt die A26-Trasse entsteht, habe noch nie ein Wachtelkönig gebrütet - zu intensiv seien die Flächen früher landwirtschaftlich genutzt worden. "Insgesamt ist die Population der Wachtelkönige in den vergangenen Jahren in dem Schutzgebiet durch verschiedene Maßnahmen deutlich zurückgegangen", so Henschel. Stichwort Gewerbegebietserweiterung und Bau der "B3 neu".