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Ämter-Ping-Pong zu Lasten Älterer?

Marion und Uwe Weygand fühlen sich ignoriert (Foto: archiv)
bc. Jork. Wie weit darf eine Straßensperrung das Alltagsleben der Bevölkerung beeinträchtigen? Darf sie soweit gehen, dass pflegebedürftige Menschen darunter leiden müssen? Diese Fragen kann man sich angesichts der aktuellen Situation mit der Vollsperrung der L140 im Alten Land stellen. Ein Pflegedienst aus der Jorker Ortsmitte hat große Probleme, rechtzeitig zu seinen Klienten in den Ortsteilen Königreich, Leeswig und Estebrügge zu gelangen. Eine insulinpflichtige Diabetikerin hat bereits dem Dienst vorübergehend gekündigt. „Wir können nicht sicherstellen, die von den Ärzten empfohlenen Zeiten einzuhalten“, klagt Uwe Weygand vom Pflegeteam Altes Land.
Genau deswegen hat er bei der Gemeinde Jork um eine Ausnahmegenehmigung gebeten, die Wellenstraße benutzen zu dürfen, was seinen Mitarbeitern einen weiten, zeitraubenden und teuren Umweg über Dammhausen oder Cranz ersparen würde. „Wir brauchen andernfalls das drei- bis vierfache an Zeit, um zu den Pflegebedürftigen zu kommen“, sagt Uwe Weygand.
Zur Erklärung: Die Wellenstraße ist derzeit ebenfalls für den Autoverkehr gesperrt, weil ansonsten zu viele Pkw-Fahrer die schmale Straße zwischen der K39 am Deich und der Königreicher Straße als Schleichweg benutzen würden, um den Stau in Jork-Mitte zu umgehen.
Von der Gemeinde bekam Uwe Weygand jedoch die Antwort, sie sei für sein Problem nicht zuständig. Am 18. Mai schrieb er daraufhin an das Straßenverkehrsamt in Stade. Trotz Nachfrage erhielt er nach seinen Angaben bis heute keine Antwort. „Ich fühle mich ignoriert“, so der Pflegedienstchef.
Das WOCHENBLATT hakt nach. Ohne entsprechende Stellungnahme der Gemeinde könne der Landkreis keine Ausnahmegenehmigung erteilen, heißt es in Stade. Ämter-Ping-Pong zu Lasten Pflegebedürftiger? Kreissprecher Christian Schmidt: „Sofern die Stellungnahme vorliegt, wird die Angelegenheit schnellstmöglich bearbeitet.“ Unklar bleibt jedoch weiterhin, ob eine Ausnahme überhaupt möglich ist.