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"Die Bahnhofstraße nicht tot reden"

Die beiden Geschäftsinhaberinnen Cordula Hein (li.) und Beatrice Kietzmann setzen sich für ihr Quartier ein
bc. Buxtehude. Erst neulich ist es wieder passiert: Zwei ältere Damen schlendern durch die Buxtehuder Bahnhofstraße. Die eine: "Also die Bahnhofstraße ist ja echt tot." Die andere: "Ja, hier braucht man nicht mehr hinzugehen." Cordula Hein, Sprecherin der Quartiersinitiative, berichtete dem WOCHENBLATT von ihrem Negativerlebnis. Der kurze Dialog zeigt deutlich: Die Bahnhofstraße hat ein Imageproblem. Der allgemeine Tenor: viel Leerstand, wenig ausgewogener Branchen-Mix, keine Altstadt-Atmosphäre. Dabei habe die Einkaufsmeile so viel mehr zu bieten, sagen Cordula Hein und Beatrice Kietzmann, beide Geschäftsinhaberinnen an der Bahnhofstraße.

Der Leerstand sei zwar nicht wegzudiskutieren, aber leerstehende Geschäfte gebe es auch anderswo. Vielmehr sei die Bahnhofstraße Buxtehudes längste und bunteste Shoppingmeile - ein Ort mit ganz unterschiedlichen Einkaufsmöglichkeiten, vielen Bäumen und Restaurants sowie guten Parkmöglichkeiten direkt vor den Geschäften. "Marktkauf" und auch das neue Stadthaus seien gute Frequenzbringer. "Unsere Kundschaft ist wirklich vielschichtig. Es stimmt nicht, dass sich zu wenige Passanten in die Bahnhofstraße verlieren", so Kietzmann. Die Bahnhofstraße verbinde auf charmante Weise den Bahnhof mit der Innenstadt. Die breiten Fußwege laden zum Schlendern ein. Und der Stadtpark sei gleich um die Ecke.

Doch warum ändert die Bahnhofstraße so häufig ihr Gesicht? Aktuell stehen etwa zehn Geschäfte leer, ein Gebäude wurde gerade abgerissen (das WOCHENBLATT berichtete). Cordula Hein erklärt die hohe Fluktuation u.a. mit den großen Lädenflächen von teilweise 150 bis 200 Quadratmetern. Selbst wenn die Mietpreise von bis zu 13 Euro pro Quadratmeter in der Bahnhofstraße relativ günstig im Vergleich zur Altstadt (ab 17 Euro) seien, sei das für einige kleinere Fachgeschäfte zu viel. Das Vorurteil, die Straße seine eine einzige Frisörmeile, halte sie für ungerechtfertigt: "Hier gibt es bald sechs Frisöre. Auch am kürzeren Fleth in der Altstadt gibt es vier Frisörläden", so Hein.

Die Initiative der ansässigen Geschäftsleute arbeite ständig daran, die Attraktivität der Bahnhofstraße nachhaltig zu verbessern. So sei z.B. ein Oktoberfest sowie eine Nikolaus- und Weihnachtsbaumaktion in Vorbereitung. Kietzmann: "Wir dürfen die Straße auf keinen Fall totreden."