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Zeit zu spenden, ist ein kostbares Geschenk

Peter Radzuweit unterstützt Amir Nouri bei vielen Angelegenheiten im Alltag (Foto: bc)
bc. Stade. Genau so hatte sich Peter Radzuweit sein soziales Engagement vorgestellt, als er sich zur Teilnahme an der „Zeitspender“-Aktion des WOCHENBLATT und der Arbeiterwohlfahrt (wie berichtet) entschied. Nach einer turbulenten Anfangszeit sind der 56-jährige Mann aus Stade und elf Flüchtlinge aus dem Iran in den vergangenen Monaten zu einem Team zusammengewachsen. „Peter ist immer freundlich, immer hilfsbereit - und vor allem ehrlich. Er gibt uns ein gutes Gefühl“, sagt Amir Nouri - ein 30-jähriger Airport-Angestellter aus Teheran, der Ende 2015 alleine aus einer Heimat nach Deutschland floh.

Hier lebt Amir mit zehn Landsmännern in einer Wohnung an der Harburger Straße in Stade, nachdem er zunächst drei Monate in einer Sporthalle in Harsefeld unterkam. Peter Radzuweit, Mitarbeiter an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hamburg, kümmert sich um alle Iraner, die in dem Apartment wohnen. Mit Amir hat er jedoch den besten Kontakt, weil der 30-Jährige aufgrund seines Studiums gut Englisch spricht.

Der „Zeitspender“ kümmert sich einmal die Woche, manchmal auch öfter, um die Asylbewerber, hilft bei Alltagsdingen und Behördengängen, geht mit ihnen spazieren und ins Kino. Mittlerweile wird er auch zum persischen Essen eingeladen, so eng ist der Kontakt zu der Gruppe geworden.

„Das wichtigste für die Menschen ist, dass sie jetzt schnell Deutsch lernen“, sagt Peter Radzuweit. Sechs Stunden pro Woche paukt Amir Deutsch. Ein paar Brocken kann er schon sprechen. „Das Problem ist, dass wir auch im Alltag Deutsch sprechen müssen. Die Gelegenheiten sind aber selten. Peter hilft uns dabei“, erzählt Amir, der regelmäßig mit dem Fahrrad nach Harsefeld zum Volleyballspielen fährt. Fürs Busfahren hat er kein Geld.

Einen Asylantrag hat Amir gestellt, das Verfahren läuft. Die Chancen stehen nach Statistiken des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge ungefähr 50 zu 50. Peter Radzuweit: „Die ungewisse Zukunft ist für die jungen Männer schwierig.“ Der
Stader will dabei helfen, dass der Start in ein neues Leben gelingen kann.
Immer nach dem Motto: Zeit ist das Kostbarste, was man geben kann.