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"Bin fit wie nie zuvor": Forstamtsleiter Dr. Otto Fricke ging in den Ruhestand

Otto Fricke hat jetzt viel Zeit, durch die Wälder zu streifen (Foto: jd)
jd. Harsefeld. Eine khakifarbene Funktionshose, dazu das passende Hemd und Outdoor-Schuhe: Selbst in seinem "Freizeitdress" verkörpert Dr. Otto Fricke (66) das klassische Erscheinungsbild eines Försters. Der Mann mit dem perfekten Wald-Outfit sieht aber nicht nur danach aus, er ist auch Förster. Oder besser: Er war es. Bis Mai leitete Fricke das Forstamt Harsefeld. 28 Jahre lang. Nun ist er im Ruhestand.

Für Fricke bedeutete die Tätigkeit als Forstamtsleiter auch lebenslanges Lernen: Er habe drei große Reformen bei den Landesforsten durchgemacht und sich immer wieder auf neue Situationen einstellen müssen. "Jetzt, am Ende meiner 45 Dienstjahre, fühle ich mich so fit wie nie zuvor, was mein Fachwissen anbelangt."
Dabei hat sich einiges gewandelt. Im Zuge der Reformen wurde das Gebiet, für das Fricke zuständig war, wiederholt erweitert.

Zuletzt umfasste es das gesamte Elbe-Weser-Dreieck. Diese Region ist wie der Landkreis Stade sehr waldarm. So verteilen sich die einzelnen Forststandorte wie ein Flickenteppich über 35 Gemeinden. "Unser am weitesten von Harsefeld entfernt gelegene Wald ist der Brockeswald. Der befindet sich mitten im Stadtgebiet von Cuxhaven und ist Niedersachsens nördlichster Wald", erzählt Fricke.

Bei solch einem großen Territorium konnte Fricke zwangsläufig immer seltener draußen vor Ort sein: "Zuletzt verbrachte ich dreiviertel meiner Zeit am Schreibtisch." Es ist sicher nicht abwegig, einen Forstamtsleiter mit dem Chef eines mittelständischen Unternehmens zu vergleichen: Mitarbeiter führen, mit Kunden verhandeln und so planen, dass sich ein wirtschaftlicher Erfolg einstellt.

Auch die die Erschließung neuer Geschäftsfelder gehört dazu: So sind im Bereich des Harsefelder Forstamtes mittlerweile vier Friedwälder eingerichtet worden und oben an der Nordseeküste, im Sahlenburger Wernerwald, entstand auf Frickes Anregung ein Hochseilgarten.

Die eigentliche Arbeit im Wald musste Fricke seinen sieben Revierförstern überlassen. Selbst der Holzverkauf wurde nicht mehr draußen im Forst abgewickelt: Die Sägereien verbuchen inzwischen vollautomatisch die Stämme , die von ihnen verarbeitet werden.

Dennoch ist aus Fricke kein "Bürohengst" geworden: So oft es ging, zog es ihn hinaus zu seinen Wäldern. Jetzt hat er sich vorgenommen, mit dem Rad die schönsten Ecken des Elbe-Weser-Dreiecks zu erkunden.

• Otto Fricke bleibt auch in Zukunft eng mit den Themen Wald und Natur verbunden. Er ist einer von zwei ehrenamtlichen Wolfsberatern im Kreis Stade.
Seine Kontaktdaten: Tel.: 041664 - 879161 oder mobil: 0170 - 1894919
E-Mail: otto.fricke-bargstedt@t-online.de