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Dienst immer am Muttertag

Ulrike Riepe zeigt die Jahrbücher des Vereins

jd. Harsefeld.Nach 20 Jahren ist Schluss: Harsefelds ehrenamtliche "Museumschefin" Ulrike Riepe gibt ihr Amt ab. Sie ist sozusagen die Grande Dame des Harsefelder Kulturlebens: Als Vorsitzende des Vereins für Kloster- und Heimatgeschichte leistet Ulrike Riepe (70) auf ihre unverwechselbare, herzlich zupackende Art einen wertvollen Beitrag zum kulturellen Geschehen im Geestflecken. Im kleinen, aber feinen Museum, dessen Träger der Klosterverein ist, organisierte sie zahlreiche Sonderausstellungen zu den verschiedensten kulturellen und geschichtlichen Themen. Mal stand das Ei als Kunstobjekt im Fokus, mal hieß es: "Die Wikinger kommen". Zudem bringt der Verein ein Jahrbuch mit Beiträgen von Hobby-Autoren und Heimatforschern heraus. Aus dessen Präsentation machte Ulrike Riepe ein gesellschaftliches Highlight. Doch künftig muss sie sich nicht mehr die passenden Worte zur Begrüßung zurechtlegen: Die engagierte Ehrenamtlerin tritt nach 20 Jahren Vorstandsarbeit ab.

"Irgendwann ist die Luft ein wenig raus", sagt Riepe: "Mir geht nicht mehr alles so flott von der Hand wie mit fünfzig." An ihre designierte Nachfolgerin Monika Roesberg übergibt Ulrike Riepe ein gut bestelltes Haus: Da ist vor allem das malerisch in das Klosterpark-Ensemble eingebettete Museum zu nennen. Es lockt mit seinen Sonderschauen Besucher aus der ganzen Region anlockt und präsentiert in den beiden auf Riepes Initiative eingerichteten Dauerausstellungen auf didaktisch äußerst gelungene Weise archäologische Exponate.

Da die Gemeinde nur das Personal finanziert, das im Museum werktags Aufsicht führt, hat Riepe ein Team von Freiwilligen aufgebaut, das an den Wochenenden und Feiertagen ehrenamtlich den Museumsdienst verrichtet. "Es ist schon fast eine Tradition, dass ich am Muttertag an der Reihe bin", schmunzelt Riepe. Ihre beiden erwachsenen Söhne würden weit weg wohnen und kämen dann ohnehin nicht vorbei. Auch ihr Mann Eckhard wurde eingespannt: "Den habe ich als Mädchen für alles eingesetzt", berichtet Riepe: "Er eignet sich gleichermaßen als Hausmeister, Vitrinenputzer oder Chauffeur."

Ebenfalls unter dem Dach des Klostervereins ist das Samtgemeinde-Archiv angesiedelt, das seinen Sitz im Rathaus hat. Außerdem betreut der Verein den Klostergarten und verfügt über eine umfangreiche Sammlung zum Thema Trachten. Auch wenn Riepe den Vorsitz des Klostervereins nun in jüngere Hände legt, wird man sie dennoch ab und an im Museum oder im Klosterpark antreffen: Sie ist weiterhin als Gästeführerin tätig und zeigt - gekleidet in schmucker Geesttracht - Reisegruppen die Schönheiten Harsefelds.

Die musste Riepe zunächst für sich selbst entdecken: Als sie Mitte der 1970er Jahre mit ihrer jungen Familie aus Bielefeld nach Harsefeld zog, war das für sie nach eigenem Bekunden fast ein Kulturschock: "Ich kam aus einer geschäftigen Stadt in ein langweiliges Dorf." Ihr Mann Eckhard sei täglich nach Hamburg zur Arbeit gefahren und sie habe mit zwei kleinen Kindern in diesem "schrecklichen Provinznest" gesessen. Dank der Anschaffung eines VW-Käfer sei sie dann wenigstens mobil gewesen.

Aus dieser Zeit ist auch eine Begebenheit überliefert, von der Riepes Stellvertreter Dietrich Alsdorf zu berichten weiß: Mit ihren beiden Söhnen an der Hand habe die junge Mutter regelmäßig die damaligen Ausgrabungen auf dem Klostergelände aufgesucht und deren Fortschritt mit Interesse verfolgt. Das war offenbar die Initialzündung für ihr späteres Engagement im Verein für Kloster- und Heimatgeschichte.