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Für die Wärme wird ein Netz gesponnen

Wärme aus Holz-Hackschnitzeln ist kostengünstiger als Öl und außerdem umweltfreundlich (Foto: Fotolia © Josef Binsteiner)
jd. Bargstedt. In Bargstedt erhalten zahlreiche Hausbesitzer die Möglichkeit, ihre Gebäude per Nahwärme zu beheizen. Es wird wohl kaum einen Hausbesitzer geben, der bei solch einer Chance nicht zugreifen würde: Genau zu dem Zeitpunkt, an dem man sich über den Austausch der in Jahre gekommenen Heizungsanlage Gedanken machen muss, flattert ein Angebot ins Haus, wie sich die eigenen vier Wände künftig kostengünstiger und umweltfreundlicher als mit Öl beheizen lassen. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, doch das Ganze steht auf soliden Beinen: In Bargstedt wollen die Unternehmerbrüder Heiko und Ingo Fischer gemeinsam mit dem Landwirts-Ehepaar Ralf und Sabine Dammann ein Nahwärmenetz spinnen.

Auf diese Weise sollen Teile des Ortes mit günstiger Heizenergie versorgt werden. Dabei wird auf regenerative Quellen gesetzt: Die Anlage, die das Wasser für die unterirdischen Rohrleitungen erhitzt, wird mit Holz-Hackschnitzeln befeuert.
Für ihr Projekt haben die Familien Fischer und Dammann bereits eine eigene Gesellschaft gegründet: die Bargstedter Wärme GbR. Diese fungiert quasi als lokaler (Heiz-)Energieversorger und garantiert den Kunden jederzeit eine warme Wohnung.

"Um sicherzustellen, dass in den Häusern immer ausreichend Wärme ankommt, werden zwei voneinander getrennt laufende Hackschnitzelheizungen installiert", erklärt Fischer. Bei Verbrauchsspitzen an extrem kalten Wintertagen springe zusätzlich eine Gastherme an. Zudem gebe es ein Notaggregat.

Das drei bis vier Kilometer Wärmenetz wird sich nach Fischers Planungen auf weiten Strecken durch das Wohngebiet nördlich der Landstraße schlängeln. "Dort stehen viele Häuser, die vor rund 20 Jahren erbaut worden sind", erläutert Fischer. Die Eigentümer müssten sich so langsam auf die Anschaffung einer neuen Heizung einstellen. Doch dieses Problem sei durch einen Anschluss an das Nahwärmenetz mit einem Schlag behoben. "Die Investition für einen neuen Heizkessel und Brenner fällt weg", sagt Fischer.

Die Nahwärme ist als erneuerbare Energie nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch das Portmonee: Der Preis wird bei 90 Prozent des Mittelwertes aus dem Öl- und Gaspreis liegen. Und es gibt noch einen Vorteil: Während bei alten Heizungen noch ein Energieverlust von zehn Prozent einkalkuliert werden muss, wird bei der Nahwärme nur das berechnet, was tatsächlich im Haus ankommt. Die Wärmeverluste in den Leitungen trägt der Versorger. Bei einem Haushalt, der sonst 3.000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht, wäre eine Kostenersparnis von mehr als 500 Euro drin.

Der erste Spatenstich für das Nahwärmenetz erfolgt am Samstag, 1. März, um 10 Uhr.