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Schutz vor den Flammen

Ein Großteil der Aufzeichnungen des Autors Gerhard Junge wurde ein Raub der Flammen

Harsefelder Samtgemeinde-Archivar richtet Appell an die Dorfchronisten

. Nach einem Brand lässt sich vieles ersetzen - zumindest, wenn man versichert ist und die Assekuranz den Schaden reguliert. Doch bei dem Feuer, das kürzlich im Geestdörfchen Wohlerst wütete (das WOCHENBLATT berichtete), hilft auch die beste Versicherung nichts: Ein Großteil der Aufzeichnungen des Heimatautors und Journalisten Gerhard Junge ging in Flammen auf. Fotos, Geschichten und Chroniken sind unwiederbringlich verloren.
Der ideelle Schaden ist immens. "So etwas kann nur verhindert werden, wenn Dokumente von öffentlichem Interesse sicher verwahrt werden", meint Ingo Wilfling, Leiter des Harsefelder Samtgemeinde-Archivs. Er ruft Vereins- und Dorfchronisten sowie Besitzer von historischen Sammlungen dazu auf, ihr Material an Archive zu übergeben.
"Glücklicherweise befinden sich die meisten Bände der Wohlerster Dorfchronik bereits im Samtgemeinde-Archiv", sagt Wilfling. Das Material habe er bereits 2010 von Junge erhalten. Das Archiv, das Wilfling mit einer Handvoll Mitstreiter ehrenamtlich betreut, hat seine Räume im Keller des Rathauses. Dort sind sämtliche Bestände wie Nachlässe, Fotoalben, Chroniken oder amtliche Dokumente in festen Boxen eingelagert. "Diese Umhüllung wirkt flammenhemmend", erläutert der Archivar. Zudem würden Stahlregale verwendet. Diese böten einen wesentlich besseren Brandschutz als hölzerne Bücherborde.

Wohin mit den Aufzeichnungen?

Aber längst nicht überall gibt es die Möglichkeit für Dorfchronisten, ihr Schriftgut sicher zu lagern. Im Landkreis verfügen neben Harsefeld nur Stade, Buxtehude und Jork über eigene Orts-Archive. Doch wohin soll sich jemand wenden, der seine mit Fotos und Texten prall gefüllten Aktenordner in sicheren Händen wissen will?
Ein Anlaufstelle ist das Kreisarchiv. Das ist derzeit in der Stader Zweigstelle des niedersächsischen Staatsarchivs untergebracht. "Unsere Aufgabe ist es zwar nicht, privat geführte Dorfchroniken zu sammeln", sagt Kreisarchivar Dr. Thomas Bardelle, "doch in Ausnahmefällen kümmern wir uns auch um solches Material." In erster Linie sei das Kreisarchiv mit der Verwahrung von historischen Original-Schriften betraut. Dazu zählten alte Aufzeichnungen und Urkunden. Chroniken hätten nur dann Quellencharakter und seien für das Kreisarchiv von Interesse, wenn diese nicht ausschließlich aus eingeklebten Fotos und Artikeln bestünden.



• Die Kontaktdaten der Archive:

Staatsarchiv Stade: stade@nla.niedersachsen.de;
Stadtarchiv Stade: stadtarchiv@stadt-stade.de;
Stadtarchiv Buxtehude: stadtarchiv@stadt.buxtehude.de;
Samtgemeinde-Archiv Harsefeld: archiv@harsefeld.de;
Altländer Archiv Jork: archiv@jork.de.

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