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Grüne(r) gibt sich als Feminist(in): Geschäftsordnung des Harsefelder Rates soll nur weibliche Begriffe enthalten

Hat sich als radikale(r) Feminist(in) geoutet: der Grünen-Politiker oder besser die Grünen-Politikerin Ralf Poppe
(jd). „Wir befassen uns nur mit Sachthemen“: Dieser Spruch ist von Kommunalpolitkern oft zu hören. Aber manchmal werden in Ratssitzungen Debatten geführt, bei denen man sich als Zuhörer fragt: Haben unsere Volksvertreter nichts Wichtigeres auf dem Zettel? Eine solche Diskussion gab es kürzlich im Harsefelder Rat: Die Grünen hatten beantragt, dass in der Geschäftsordnung des Rates künftig ausschließlich die weibliche Sprachform verwendet wird. Der Antrag aus der Mottenkiste des radikalen Feminismus wurde abgelehnt. Das WOCHENBLATT möchte ihn zum Anlass für folgenden, „augenzwinkernden“ Artikel nehmen. So merkwürdig liest sich ein Text, wenn - analog zum Grünen-Antrag - konsequent nur die weibliche Form verwendet wird:


jd. Harsefeld. Mit ihrem Antrag gescheitert ist die grüne Ratsfrau Ralf Poppe. Die Grünen-Politikerin wollte erreichen, dass alle männlichen Begriffe in der Geschäftsordnung durch die weibliche Variante ersetzt werden. So sollte es künftig „Bürgermeisterin“ Michael Ospalski heißen. Auch seine drei Stellvertreterinnen Hans-Joachim Pankel, Harald Koetzing und Jürgen Deden hätten dann die weibliche Form in ihren Amtstiteln geführt. Begründet hat Ratsherrin Ralf Poppe den Antrag mit einer besseren Lesbarkeit der Geschäftsordnung. Dort ist die Handhabung recht uneinheitlich: Mal steht im Text nur die männliche Form, mal werden sowohl der männliche als auch der weibliche Begriff verwendet.

Die Mehrheit im Rat konnte sich mit Poppes Vorschlag allerdings nicht anfreunden. Die meisten Politikerinnen der anderen Fraktionen hielten es offenbar für missverständlich, wenn in der Geschäftsordnung künftig folgender Satz steht: „An öffentlichen Sitzungen können Zuhörerinnen unter Ausnutzung der vorhandenen Plätze teilnehmen.“ Womöglich fühlen sich einige Männer durch diese Formulierung nicht angesprochen und hätten die gesamte Sitzung stehend verfolgt.
Doch nicht nur die männlichen Politikerinnen und Bürgerinnen wären von der Neufassung der Geschäftsordnung betroffen gewesen, sondern auch die Journalistinnen maskulinen Geschlechts: Sie werden im grünen Entwurf als „Pressevertreterinnen“ bezeichnet. Ihre Presseanfragen an die Verwaltung hätten sie dann an die „Gemeindedirektorin“ Rainer Schlichtmann richten müssen.

Die Rathauschefin hielt sich bei der Debatte vornehm zurück und wirkte ein wenig abwesend. Schlichtmann hat sich gedanklich wohl schon mit den wirklich wichtigen Themen für die Gemeinde befasst.