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Harsefelder Politiker auf Nachtbummel - Ortstermin zu später Stunde: Bauausschuss-Mitglieder nahmen Muster-Laternen in Augenschein

Auf nächtlicher Leuchten-Tour: die Politiker des Bauausschusses (Foto: jd)
jd. Harsefeld. Wer kürzlich vom Kino oder Kneipenbesuch heimkam, dem dürfte vielleicht der kleine Pulk nach oben starrender Gestalten aufgefallen sein, der durch das nächtliche Harsefeld zog und immer wieder an der einen oder anderen Laterne stehenblieb: Es waren die Mitglieder des Bauausschusses, die sich zu später Stunde auf Exkursion begaben. Der Ortstermin musste im Dunkeln vonstatten gehen, da die Politiker den Laternenschein in Augenschein nehmen wollten: Es ging um die Entscheidung, mit welcher Art von Licht Harsefeld künftig in der Nacht beleuchtet wird. Mit der Umrüstung auf LEDs soll Strom gespart und die Umwelt geschont werden.

Bereits vor einigen Wochen war entschieden worden, rund 520 der insgesamt 1.200 Lampen, die entlang der Straßen und Wege stehen, mit energiesparenden Leuchtmitteln zu versehen (das WOCHENBLATT berichtete). Kostenpunkt: 250.000 Euro. Da der Stromverbrauch dieser Lampen durch den Einsatz moderner LEDs um mehr als 70 Prozent reduziert werden kann, gibt es dafür einen Zuschuss aus Berlin in Höhe von rund 65.000 Euro.

Neu aufs Tapet gebracht hat Rathauschef Rainer Schlichtmann den Vorschlag, weitere 375 Lampen, die mit Leuchtstoffen ausgestattet sind, ebenfalls durch LEDs ersetzen. Zuschüsse gibt es dafür nicht, da die Energieeinsparung "nur" unter 60 Prozent liegen wird. Um die zusätzlichen 280.000 Euro für die Abschaffung dieser Lampen zu finanzieren, wird überlegt, im kommenden Jahr einen Kredit aufzunehmen.

Laut Schlichtmann rechnet sich das Ganze aber: Derzeit wendet der Flecken Harsefeld jährlich rund 35.000 Euro an Reparaturkosten für die in die Jahre gekommenen Leuchtstofflampen auf. Hinzu kommen die eingesparten Stromkosten: Die jetzigen Lampen verbrauchen 36 Watt, die neuen LEDs lediglich etwas über 20 Watt. Unter dem Strich wären das eine jährliche Ersparnis von mehr als 5.000 Euro. Ein weiterer Aspekt ist die geringe Leuchtkraft der alten Lampen, die mit den Jahren immer mehr abnimmt.

Alles Aspekte, die für die Ausschussmitglieder nachvollziehbar waren. So wurde im hell erleuchteten Sitzungssaal des Rathauses noch die Grundsatzentscheidung für die Anschaffung neuer Lampen gefällt. Dann ging es hinaus ins Dunkel: Lichtexperte Jörg Freise vom TEC Ingenieurbüro aus Hamburg hatte in der Ortsmitte rund um den Kreisel bei Kino-Meyer einen Lampen-Parcours eingerichtet: Acht Masten waren mit in Frage kommenden Modellen ausgestattet worden. So konnte sich jeder selbst ein Bild davon machen, wie warm das Licht ein einzelnen Lampen ist und welche Leuchtkraft sie haben.

Die Abstimmung erfolgte im Laternenschein: Die Politiker beschlossen, dass die Peitschenmasten das Modell "Cuvia" des Herstellers Trilux erhalten sollen und die klassischen Lampenmasten mit dem Modell "Laterne" der Firma Siteco ausgerüstet werden.