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„Vor der SPD hatten wir noch nie Schiss!“

Die CDU im Landkreis Harburg ist gut aufgestellt (v. li.): Bernd Althusmann, André Bock, Martina Oertzen, Heiner Schönecke, Britta Witte, Rainer Rempe, Hans-Heinrich Aldag und Michael Grosse-Brömer
 
Bernd Althusmann

CDU-Spitzenkandidaten schwören ihre Mitglieder auf Kreisparteitag auf die kommenden Wahlen ein.

(mum). Das hatte schon ganz viel von einer Wahlkampf-Auftaktveranstaltung! Am Samstag trafen sich etwa 100 CDU-Mitglieder zum Kreisparteitag im Helbachhaus in Meckelfeld. Dr. Bernd Altusmann, Landesvorsitzender der CDU und Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten, sowie der Bundestagsabgeordnete Michael Grosse-Brömer schworen ihre Partei mit markigen Sätzen auf die Bundestagswahl im September beziehungsweise die Landtagswahl im Januar ein.
Zuvor aber gehörte der Kreis-Vorsitzenden Britta Witte die Bühne. Ehrlich räumte sie ein, dass sie von der Mitglieder-Beteiligung enttäuscht war. „Es hätten heute schon ein paar Leute mehr sein dürfen“. Witte berichtete, dass die Mitgliederzahl von 1.867 auf 1.849 gesunken sei. 117 Eintritte standen 135 Verlusten gegenüber (31 Todesfälle). „Genau wie 2015 sind die genannten Gründe für die Austritte nur selten die Orts- oder Kreispolitik“, so die Jesteburgerin. „Meist genannter Grund ist die Bundespolitik.“ Die CDU-Vorsitzende kritisierte die eigene Werbestrategie zur Kommunalwahl. „Wir haben 170.000 Euro für Broschüren, Plakate und Flyer ausgegeben. Ich denke, der Versuch, alle Kandidaten in einem Heft zu präsentieren, war nicht gut - aber teuer.“ Zudem sei sie davon überzeugt, dass die CDU viel zu wenig auf Twitter und Facebook setze.
Dann ging es zur Sache: Der Noch-Lüneburger Althusmann machte deutlich, dass er sich voll und ganz für seine neue politische Heimat einsetzen werde. Der CDU-Landeschef kandidiert für den Wahlkreis Neu Wulms­torf/Seevetal/Rosengarten. „Ich möchte hier ehrliche Landtagsarbeit machen und dazu gehört vor allem die Stärkung der Region.“ Es werde Zeit, der Landesregierung die rote Karte zu zeigen - auch dafür, dass der Landkreis von Hannover vernachlässigt werde. Althusmann kündigte an, sich deutlich stärker für die Landwirtschaft einzusetzen. Er forderte zudem ein klares Einwanderungsgesetz und sprach sich für den Generationenschnitt aus. Seit einer Vereinbarung der schwarz-roten Koalition aus dem Jahr 2014 müssen sich in Deutschland geborene Kinder von Ausländern nicht mehr im Alter von 18 bis 23 Jahren zwischen der deutschen und der Staatsangehörigkeit ihrer Eltern entscheiden. Das kommt vor allem vielen jungen Türken zugute. Althusmann stellt klar, dass er dafür kein Verständnis hat.
Michael Grosse-Brömer warnte in seinem Grußwort vor den Konsequenzen einer rot-rot-grünen Bundesregierung. „Dann haben wir eine Sahra Wagenknecht als Außenministerin, einen Anton Hofreiter als Umweltminister und einen Jürgen Trittin als Innenminister - will man das?“ Der SPD müsse verdeutlicht werden, welche Konsequenzen es hat, „mit den Linken ins Bett zu gehen“, so Grosse-Brömer. „Aber - vor der SPD hatten wir doch noch nie Schiss!“

• Gewählt wurde auch - allerdings bis auf eine Ausnahme ohne Spannung. Weil Malte Kanebley (Neu Wulmstorf) nicht erneut als 3. stellvertretender Vorsitzender antrat, gab es eine Kampfabstimmung zwischen Christiane Oertzen (Salzhausen) und Jan-Hinnerk Zirkel (Tostedt). Diese entschied Oertzen mit 68:28 für sich. Im Amt bleiben Britte Witte (Vorsitzende, Jesteburg), Andre Bock (1. stellvertretender Vorsitzender, Winsen) und Christian Horend (2. stellvertretender Vorsitzender, Buchholz), Schatzmeister Jürgen Böhme (Hollenstedt) und Mitgliederbeauftragte Sybille Kahnenbley (Seevetal).
Der Beirat setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Sebastian Putensen (Winsen), Necdet Savural (Hanstedt), Hans-Joachim Mencke (Egestorf), Anette Randt (Tostedt), Dr. Jörn Lütjohann (Elbmarsch), Andrea Röhrs (Winsen), Thomas Wilde (Neu Wulmstorf), Christoph Blöh (Seevetal), Michael Klaproth (Salzhausen) und Jörg Hartmann (Seevetal).