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1945: Die Stunde Null im Alten Land

Museumsleiter Dieter-Theodor Bohlmann will an die Kriegszeit erinnern, damit sich nie wieder Ähnliches ereignet
bc. Jork. Das Ende des Zweiten Weltkrieges jährt sich 2015 zum 70. Mal. Aus diesem Anlass möchte Dieter-Theodor Bohlmann, pensionierter Lehrer und ehrenamtlicher Leiter des Museums Altes Land in Jork, mit einer Ausstellung an diese Ära deutscher Geschichte erinnern. „Obwohl die Briten die Deutschen ausgesprochen fair behandelt haben, darf diese Zeit nicht in Vergessenheit geraten“, sagt Bohlmann.

1945 war Bohlmann Schüler. Er kann sich noch gut an die letzten Tage des Krieges erinnern. Etwa an die Nacht auf den 4. März, als Jork Ziel alliierter Bomber wurde. Zwölf Wohnhäuser in Borstel und 13 weitere Gebäude in Osterjork fielen in Schutt und Asche. 13 Menschen kamen ums Leben.

Die Flüchtlingsdebatte von heute kann er nur bedingt nachvollziehen. „Damals strömten 50.000 Menschen ins Alte Land. Meine Eltern haben ein Dutzend Flüchtlinge bei sich im Haus aufgenommen. Das kann man sich heute nicht mehr vorstellen“, erzählt er.

Um den jüngeren Menschen den Nachkriegs-Alltag näherzubringen, bittet Bohlmann um die Mithilfe der WOCHENBLATT-Leser, bei denen noch Gegenstände aus dieser Zeit auf dem Dachboden schlummern. Er möchte den Besuchern das Lebens von damals so anschaulich wie möglich zeigen.

Bohlmann hat selbst schon viele Exponate zusammengesammelt: Hunderte Fotos, alte Dokumente, einen Kinderwagen, zerfranste Koffer, eine gut erhaltene Herdplatte, vergilbte Rechenhefte. Wer ähnliche Erinnerungsstücke besitzt, kann sie mittwochs, samstags und sonntags von 13 bis 16 Uhr im Museum (Westerjork 49) zur Ausleihe vorbeibringen.

• Die Ausstellung läuft vom 10. April bis zum 24. Mai, jeden Tag außer montags. Geöffnet ist das Museum immer von 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Bohlmann: „Ich wünsche mir, dass viele Schulklassen sich die Ausstellung ansehen.“