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Dauerruine "Altländer Hof" nervt

Bald ist der "Altländer Hof" komplett zugewuchert
bc. Jork. So langsam erhalten viele Altländer den Eindruck, das Grundstück mit dem 2011 abgebrannten "Altländer Hof" in Jork werde wohl niemals verkauft. Auch mehr als fünf Monate nach dem misslungenen Zwangsversteigerungstermin, bei dem sich kein Käufer fand, gammelt die Ruine still vor sich hin. Dabei hätte der Hamburger Immobilienmakler Sven Ingwersen (Firma "bis Immobilien"), der das Grundstück im Auftrag von Insolvenzverwalter Christian M. Scholz veräußern soll, längst freihändig verkaufen können - wären da nicht die Bauauflagen der Gemeinde Jork.

"Es gibt mehrere Interessenten, aber nicht unter diesen Voraussetzungen", bestätigt Ingwersen dem WOCHENBLATT. Zum Beispiel habe es einen potenziellen Käufer gegeben, der dort ein Einfamilienhaus errichten wollte. Die Gemeinde habe jedoch kein grünes Licht gegeben. Wie berichtet, wollen Verwaltung und Politik das Gebäude möglichst originalgetreu wieder aufbauen - inklusive Fachwerk und Reetdach. Die Absicht wurde mit Hilfe eines Bebauungsplans festgezurrt.

Hauptgläubigerin der insolventen Eigentümerin Sandra T. ist die Sparkasse Harburg-Buxtehude. Ein neuer Zwangsversteigerungstermin wurde laut Vorstandssprecher Andreas Sommer noch nicht wieder anberaumt. Ohnehin dürfte die Sparkasse wenig Interesse daran haben, das Gebäude zu einem Dumpingpreis zu veräußern.

Hintergrund: Der Verkehrswert für das Grundstück beträgt 137.000 Euro. Bei einem neuen Versteigerungsversuch läge das Mindestgebot für den "Altländer Hof" nur noch bei der Hälfte des Verkehrswertes: 68.500 Euro.

Auch Jorks Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein) nervt die Ruine. Ein modernes Einfamilienhaus kann er sich an der Stelle aber nicht vorstellen. "Am besten noch mit einem Carport zur Straßenseite. Das geht gar nicht", so Hubert.
Die Frage bleibt: Wie lange müssen die Bürger noch mit der Ruine leben? Zumal wenige hundert Meter weiter mit dem ehemaligen "Herbstprinz" der nächste Trümmerhaufen auf Beseitigung wartet.

• Ein Altländer Krimi: Der Jorker Andreas S. wurde im März 2011 Opfer eines nächtlichen Überfalls, den seine Ex-Freundin Sandra T., insolvente Eigentümerin des "Altländer Hofes" und des Restaurants "Herbstprinz", und ihr heimlicher Geliebter Marc W. verübt haben sollen. T. wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, W. musste ins Gefängnis. Kurz nachdem Sandra T. 2011 aus der U-Haft entlassen wurde, brannte der "Altländer Hof" ab. Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Anschlag fackelte auch der "Herbstprinz" ab. Andreas S. war früher Wirt des "Herbstprinz".