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Arme helfen Armen in Stade

Sammelt professionell für bedürftige Kinder: Hartz-IV-Empfängerin Anja Rix

Tanja Rix und Gerhard Grenz wollen "weg von Hartz IV" / Flüchtlingshilfe als Job-Chace

tp. Stade. Seit mehr als einem Jahrzehnt lebt Tanja Rix (43) aus Stade von Transferleistungen: Sie will nach eigenen Worten "endlich raus" aus der Abhängigkeit von "Hartz IV". Angesichts der anhaltenden Zuwanderung von Menschen aus Krisenregionen sieht die alleinerziehende Mutter einer Tochter (13) in der Flüchtlingshilfe eine Jobchance.

Im Rahmen der sogenannten Maßnahme "Förderzentrum" des Bildungsträgers "SBB Kompetenz" in Stade hat Tanja Rix, die Friseurin gelernt hat und mangels eines Praktikumsplatzes eine Umschulung zur Industriekauffrau abbrach, weitgehend selbstständig eine Spenden-Sammelstelle für bedürftige Kinder von Asylbewerbern und Flüchtlingen aufgebaut. Schuhe, Kinderwagen, Bekleidung, Spielzeug und Co. sammelt sie seit Kurzem in der Annahmestelle, Am Güterbahnhof 11, in Stade. SBB und das Rote Kreuz als Kooperationspartner reichen die von Tanja Rix zusammengetragenen Spenden an die Kinder in der Notunterkunft an der Glückstädter Straße weiter.

Zweimal wöchentlich ganztags arbeitet Rix in der Sammelstelle. Wenngleich erst wenige Gegenstände wie Stofftiere, Bälle und ein Kinderfahrrad abgegeben wurden, schöpft Tanja Rix aus der von ihr als erfüllend wahrgenommenen Tätigkeit neue Zuversicht und Kraft auf ihrem Weg zu einer Vollbeschäftigung. Denn die Weiterbildungsmaßnahme ist auf einige Monate befristet.

In der Annahmestelle könne sie ihre Fähigkeiten in Verwaltung, im kaufmännischen Bereich und in der Kommunikation vertiefen: "Das macht sich bei Bewerbungen gut im Lebenslauf." Am liebsten wäre es ihr, dass sich aus der Spendensammlung ein Vollerwerbsstelle entwickelt: "Das ist mein 'Baby', ich will es zum Laufen bringen."

"Mit im Boot" ist Gerhard Grenz (53), der für die Lagerhaltung und Logistik der Spendengüter verantwortlich zeichnet. Der kann sich aus eigener Erfahrung gut in die Lage der Flüchtlingsfamilien hineinversetzten: Der ebenfalls auf Hartz-IV-Leistungen angewiesene arbeitslose Maler lebt seit vielen Jahren in der städtischen Obdachlosensiedlung am Fredenbecker Weg - buchstäblich "am Rand der Gesellschaft".

Die Sammelstelle hat dienstags und donnerstags von 9 bis 12 und von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Tel. 04141 - 7773360.