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Mehr als eine Zweckehe" / Kirchengemeinden fusionieren

Zuversichtlich: der Zukunftsausschuss mit (v. li.) Hans-Hermann Meyer, Burkhardt Hennings, Marlies Butt, Klaus Damian, Sabine Baumgarth, Christoph Klüß, Katharina Behnke, Helmut Peters, Dorothea Blaffert, Gundula Matthäus und Sabine Kunow
mi. Klecken/Nenndorf. Die Kirchengemeinden Nenndorf und Klecken wollen mittelfristig zu einer Einheit zusammenwachsen (das WOCHENBLATT berichtete). Jetzt stellte ein aus Mitgliedern beider Kirchenvorstände gebildeter Zukunftsausschuss den Gemeindemitgliedern die Pläne auf einer Versammlung in Nenndorf vor.
Als Vorbereitung zu dem Treffen hatten beide Gemeinden mit einem Fragebogen ermittelt, was den Mitgliedern beim Zusammenwachsen der Kirchen wichtig ist. Dabei wurde deutlich: Die größte Sorge ist, dass es zu Kürzungen und zum Identitätsverlust in den Gemeinden kommt. Gleichwertigkeit beider Gemeinden trotz ungleicher Mitgliederzahl, weiterhin Gottesdienste in beiden Kirchen, Erhalt bestehender Angebote, Offenheit und Transparenz wurden gefordert.
„Wir nehmen diese Bedenken ernst und wollen unsere Mitglieder bei diesem Prozess einbinden“, sagte Klaus Damian, Kirchenvorstand Nenndorf, der durch die Versammlung führte. Alle Ausschussmitglieder versicherten: „Beide Kirchenstandorte bleiben erhalten“.
Ein heißes Eisen für den Zukunftsausschuss ist der Umgang mit der „Thomasstiftung“. Die Stiftung, die aktuell ein Kapital von rund 202.000 Euro aufweist, ist per Satzung und Urkunde auf Klecken beschränkt. Hier reichten die Vorschläge von „Nenndorf möge doch ebenfalls eine Stiftung einrichten“ bis zu der Forderung, die Stiftung solle auf die neue Gemeinde umgewitmet werden. „Wir plädieren dafür, dass die Ausrichtung der Stiftung auch nach dem Zusammenschluss unverändert bleibt.“ Wir wollen diese Klippe möglichst ohne Schiffbruch umfahren“, sagte dazu Helmut Peters vom Kirchenvorstand Klecken.
Der Entschluss zur Fusion sei vor allem gefallen, um die Gemeindearbeit langfristig finanziell und personell abzusichern. Das sei viel zu wichtig als dass es an der Stiftungsfrage scheitern sollte.
Hintergrund: Prognosen der Landeskirche gehen davon aus, dass bis zum Jahr 2030 die evangelische Kirche in Niedersachsen rund ein Drittel ihrer Mitglieder einbüßt.
In Klecken und Nenndorf wolle man rechtzeitig auf diese Entwicklung reagieren. „Besser jetzt aktiv gestalten, als später einen Zusammenschluss übergestülpt bekommen“, so das Credo.
„Mit der Fusion sorgen wir langfristig für zwei volle Pastorenstellen für die Gemeinden“, erklärte Pastorin Dorothea Blaffert aus Klecken. Letztlich gingen die beiden Gemeinden schon seit 2007 aufeinander zu, es gäbe gemeinsame Gottesdienste, Kofirmandenunterricht und einen einheitlichen Gemeindebrief.
Und wie geht es jetzt weiter? Erster Schritt bei der Fusion werde die Angleichung der Außendarstellung der Gemeinden sein. Außerdem wird an einem Modus für die Wahl eines gemeinsamen Kirchenvorstands gearbeitet. Angestrebt ist, dass 2018 der erste gemeinsame Vorstand gewählt wird.
Am Ende der Versammlung waren sich die Beteiligten weitgehend einig: „Die Fusion ist zwar noch keine Liebesheirat, aber auch weit aus mehr als eine Zweckehe“.