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Rieke (13) macht Mut: Die ehemalige Krebspatientin läuft beim "Run4Help"

114 Perlen sind an Riekes „Mutmach-Kette“. Jede steht für eine Situation, in der sie besonders stark sein musste
 
Sie sind „Helpster“: Rieke Johannsen und Fritz Harre hoffen auf viele Mitstreiter beim „Run4Help“
as. Buchholz. In schwierigen Situationen, wenn Rieke Angst hat oder aufgeregt ist, schaut sie sich ihre „Mutmach-Kette“ an. 114 Perlen sind daran befestigt. Eine jede steht für eine Situation, in der Rieke besonders stark sein musste und viel Mut gezeigt hat. Das musste Rieke trotz ihrer jungen Jahre schon oft. Denn die 13-Jährige hat bereits eine Krebserkrankung überstanden.
Im Vorfeld des Spendenlaufes „Run4Help“ in Buchholz besuchte Rieke die Schüler des dortigen Gymnasiums am Kattenberge, um ihnen von ihrer bewegenden Geschichte zu erzählen und sie für eine Teilnahme am Spendenlauf zu motivieren. Gemeinsam mit „Run4Help“-Organisator Fritz Harre und Moderator Christoph Reise berichtete sie den Schülern der 5. bis 8. Klassen von ihren Erfahrungen und beantwortete ihre Fragen. Die Schüler erfuhren aus erster Hand, wie wichtig die Kunst- und Musiktherapie für die an Krebs erkrankten Kinder im Kinderkrebs-Zentrum des Universitätskrankenhauses Hamburg–Eppendorf (UKE) ist. Damit die kleinen Patienten des Kinderkrebszentrums auch weiterhin musik- und kunsttherapeutische Angebote nutzen können, organisiert der Lions Club Buchholz den Spendenlauf „Run4Help“. In diesem Jahr findet er am Sonntag, 7. Mai, im Buchholzer Rathauspark statt. Alle Spenden kommen direkt den Kindern im Kinderkrebszentrum des UKE zugute.

Sechs Operationen, 18 Chemotherapien, eine davon mit einem sechsmonatigen Klinikaufenthalt, drei Monate im Wachkoma - Rieke hat schon viel mitgemacht in ihrem jungen Leben. 2011 war Rieke lange Zeit krank gewesen, die Ärzte tippten auf Lungenentzündung. Bis Rieke am 11. September in eine Birne biss und ihr Zahnfleisch zu bluten begann. „Das war sozusagen die Birne der Wahrheit“, sagt Rieke heute. Sie wurde von ihren Eltern ins Krankenhaus gebracht, dort erfolgte dann schnell die Diagnose: Krebs. „Ich konnte mir darunter gar nichts vorstellen, ich wusste nicht, was das ist“, berichtete Rieke. „Ich fand es aber blöd, dass ich ins Krankenhaus musste.“
Sechs Monate lang blieb Rieke für die erste Chemotherapie im Kinderkrebs-Zentrum. Die Medikamente hatten starke Nebenwirkungen. „Die meisten anderen Kinder mussten jede Stunde spucken, ich habe die Therapie aber, so weit man das sagen kann, gut vertragen“, so die Dreizehnjährige. Drei Monate lang lag sie im Wachkoma. In dieser Zeit hatte sie starke Träume. „Ich habe geträumt, dass ich gestorben bin und alle weggerannt sind“, sagt Rieke. Der 6. Januar 2012 ist ein ganz besonderer Tag: Rieke fängt überraschend an, wieder zu sprechen. „Ich habe gefragt, wie spät es ist. Meine Mutter ist rausgerannt und hat aufgeregt nach einer Uhr gesucht“, erzählt Rieke.
Schmerzen durch die Therapie, keine Schule, Freunde dürfen sie auf der Station nur einzeln besuchen - da ist jede Ablenkung willkommen. Als es ihr wieder etwas besser geht, malt Rieke und macht Musik. Die Kunst- und Musiktherapie soll die Kinder den Krebs und die Schmerzen für einen Moment vergessen lassen. Das hilft: „Durch die Musik hatte ich ein bisschen Spaß im Krankenhaus“, sagt Rieke. Musiktherapeut Gerhard Kappelhoff besucht die Kinder auf der Station regelmäßig, bringt seine Instrumente mit, singt mit ihnen und macht gemeinsam mit ihnen Musik. Nach ihrem stationären Aufenthalt wird Rieke noch weitere anderthalb Jahre behandelt, bis sie geheilt ist. Bis heute trifft sie sich einmal im Monat mit Gerhard Kappelhoff und anderen Patienten der Kinderkrebsstation, um in einer Band Musik zu machen.
Und Rieke möchte, dass auch andere Kinder dieses Angebot erhalten. Bereits während ihrer Therapie, noch mit Käppi, weil ihre die Haare ausgefallen waren, nahm sie 2012 deshalb am „Run4Help“ teil, um Spenden zu sammeln. Trotz ihres geschwächten Gesundheitszustandes schaffte sie zwei Runden. Seither geht sie jedes Jahr in Buchholz an den Start und macht auch bei anderen Läufen zugunsten krebskranker Kinder mit. „Ich laufe gerne mit, weil ich weiß, wofür das ist“, sagt Rieke. Stolz zeigt sie das Armband mit dem Aufrduck „Helpster“, den die Teilnehmer des Spendenlaufes erhalten. Nach dem Motto „Ich bin ein Helpster“, zeigen sie, dass es angesagt ist, zu helfen.
Riekes Gesundheitszustand hat sich nach der Chemotherapie stetig verbessert. „Jetzt geht es mir supergut“, betont die Schülerin. Geholfen hat ihr in dieser schweren Zeit neben der Musiktherapie auch die „Mutmach-Kette“, die sie auf der Station erhalten hat.

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os. Buchholz. Die Vorbereitungen für die siebte Auflage der Benefizveranstaltung „Run4Help“ des Lions Club Buchholz-Nordheide gehen auf die Zielgerade: Anmeldungen für den Lauf am Sonntag, 7. Mai, von 10 bis 16 Uhr im Buchholzer Rathauspark sind noch bis Samstag, 6. Mai, 12 Uhr, online unter www.run-4-help.de möglich. Dort finden Interessierte auch alle Informationen zum Ablauf der Veranstaltung und zu dem attraktiven Rahmenprogramm. Der Erlös der Veranstaltung fließt wie in den Vorjahren an das Kinderkrebs-Zentrum an der Uniklinik Hamburg-Eppendorf (UKE).
Kinder und jugendliche Teilnehmer, die mitmachen möchten, suchen sich im Vorfeld einen Sponsor, der für jede gelaufene Runde zwischen drei und zehn Euro spendet. Eine Runde im Rathauspark ist rund 380 Meter lang, jeder Akteur darf maximal 20 Minuten seine Runden drehen. Für Schulklassen und Sportvereine gibt es besondere Anreize: Wenn mindestens die Hälfte der Klasse oder Mannschaft am „Run4Help“ teilnimmt, gibt es von den Organisatoren eine Antrittsprämie für die Klassen- bzw. Mannschaftskasse in Höhe von 50 Euro. Bei mindestens 70 Prozent sind es bereits 100 Euro, bei mindestens 80 Prozent sogar 150 Euro. Im vergangenen Jahr erliefen die 262 Teilnehmer rund 16.000 Euro für den guten Zweck.
Als Anreiz für die jungen Teilnehmer gibt es erstmals ein Armband mit der Aufschrift „Sei du ein Helpster“ - als äußeres Zeichen für das besondere Engagement. „Damit machen wir unsere Veranstaltung noch jugendgerechter“, betont Organisator Fritz Harre. Für das Catering ist erstmals das Team des Jugendzentrums Buchholz zuständig, das für Brötchen, Kaffee und Kuchen sorgt. Hamburg Wasser und die DLRG sind als Förderer wieder dabei, Helmut Faber stellt wieder seinen mobilen Flugsimulator - im Rumpf einer Original Gulfstream-Maschine - auf. Für die Moderation des „Run4Help“ steht der ehemalige Radio-Hamburg-Moderator Christoph Reise parat.