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Aus Ruinen wurde ein Schmuckstück - Wassermühle Karoxbostel erhält Landesdenkmalpreis

Bei der Preisverleihung (v. li.) Wolfgang Küchenmeister (Denkmalpfleger beim Landkreis Harburg), Michael Heinrich Schormann (Nieders. Sparkassenstiftung), Prof. Dr. Stefan Winghart (Präs. Landesamt für Denkmalpflege), Heinz Lüers (Vorstandsvors. Sparkasse Harburg-Buxtehude), Bürgermeisterin Martina Oertzen, Emily Weede (Vors. Mühlenverein), Svenja Stadler (MdB) und Landrat Rainer Rempe
 
Das Haupthaus der Mühle erstrahlte in feierlicher Beleuchtung
kb. Seevetal. Großer Bahnhof in der Wassermühle Karoxbostel: Zur Verleihung des Landespreises für Denkmalpflege der Niedersächsischen Sparkassenstiftung - dem mit 15.000 Euro deutschlandweit höchstdotierten Preis für Denkmalpflege - waren Hunderte Gäste in das historische Gebäudeensemble gekommen - darunter auch Landrat Rainer Rempe, SPD-Bundestagsabgeordnete Svenja Stadler und Heinz Lüers, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Harburg-Buxtehude. Alle waren sich einig: Was die Mühlenretter in Karoxbostel in nur fünf Jahren geschafft haben, verdient Respekt und Anerkennung - vor allem aber begeistert das einzigartige Engagement der Ehrenamtlichen.
Landrat Rempe schlug bei seiner Rede einen Bogen zurück zu den Anfängen des Mühlenvereins, der vor knapp fünf Jahren mit 88 Mitgliedern gegründet wurde. "Sie standen hier vor einer Herkulesaufgabe, für viele Skeptiker schien Ihr Plan ein unerfüllbarer Traum zu sein", so Rempe. "Doch man hatte nicht mit der anhaltenden Begeisterung und dem unermüdlichen Einsatz der Mühlenretter gerechnet."
Tatsächlich treffen sich die Mühlenretter - insgesamt sind es inzwischen über 1.000 Vereinsmitglieder - jeden Samstag, um Hand an das Gebäudeensemble zu legen. Mit Unterstützung durch viele Betriebe vor Ort und zahlreicher Fördermittel ist es u.a. gelungen, das Haupthaus und die Mühle zu restaurieren, Backhaus und Sägerei wieder aufzubauen, das alte Venezianische Sägegatter wieder in Betrieb zu nehmen, einen Bauerngarten und eine Streuobstwiese anzulegen und die historische Hofansicht wieder herzustellen. "Es erfüllt uns mit großem Stolz, was Sie hier erreicht haben. Es ist ein Musterbeispiel dafür, was Ehrenamtliche leisten können", so Rempe.
Auch Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen war voll des Lobes für die Mühlenretter: "Kaum einer ahnte, welcher Schatz hier schlummerte. Es ist ein bisschen wie im Märchen - aus einer Ruine ist ein echtes Schmuckstück geworden." Was sie besonders freue: "Viele Menschen aus unserer Gemeinde haben hier einen Platz gefunden, Freundschaften haben sich entwickelt." Die Ehrenamtlichen hätten in Karoxbostel Schwerstarbeit im wahrsten Sinne des Wortes verrichtet. "Allein aus dem Wirtschaftsteil wurden 50 Kubikmeter Mist entfernt - heute sitzen wir hier und feiern", so Oertzen.
Heinz Lüers sprach in Vertretung für Thomas Mang, Präsident der Deutschen Sparkassenstiftung, und gestand: "Viele wissen es, ich wohne ja in Rosengarten. Heute bin auch ein wenig neidisch auf Seevetal." Es sei sehr beeindruckend, was in Karoxbostel erreicht wurde. "Sie haben das Gebäudeensemble vorbildlich saniert und mit ganz viel Leben gefüllt. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte", so Lüers.
Prof. Dr. Stefan Winghart, Präsident des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, betonte, dass Denkmalpflege immer eine Bürgerbewegung gewesen sei. "Ich gratuliere Ihnen ganz herzlich zu dieser Auszeichnung und ich bin mir sicher, dass dieses wunderbare Denkmal auch in Zukunft seinen Charme und seine Authentizität behält."
Besonderes Lob und tosenden Applaus gab es für die Vereinsvorsitzende Emily Weede. "Sie sind klasse", brachte Heinz Lüers es auf den Punkt.
Sie selbst habe zunächst gar nicht glauben können, dass die Mühlenretter den Denkmalpreis wirklich bekommen, erzählte Emily Weede. "Für mich ist das der beste Beweis dafür, dass viel gelingen kann, wenn viele zusammen arbeiten." Erfolgsrezept sei aber vor allem eines: "Karoxbostel macht einfach Spaß und gute Laune."