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Decatur-Brücke: Einspurigkeit wird eingerichtet / Verwaltung will alternative Verkehrsführung prüfen

Noch fließt der Verkehr auf der Decatur-Brücke zweispurig, die Ampelanlage wird derzeit eingerichtet
 
Die ersten Ampeln stehen
kb. Seevetal. Jetzt wird es ernst: Auf der Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen wird derzeit die Ampelanlage aufgebaut, die ab Mitte August die einspurige Verkehrsführung regeln soll. Wie berichtet, entspricht die Brücke nicht mehr den modernen Berechnungsstandards für Brückenbauwerke und muss langfristig erneuert werden. Bis dahin - und das kann viele Jahre dauern - muss die Gemeinde Seevetal Maßnahmen ergreifen, um den Verkehr sicher über den Rangierbahnhof zu führen.
Die einspurige, mittig verlaufende Verkehrsführung über die Brücke bringt jedoch erhebliche Einschränkungen mit sich. Der Busverkehr zum Bahnhof Maschen wird komplett zum Bahnhof Meckelfeld umgeleitet, betroffen sind die Linien 248 und 343. Durch die Länge der Decatur-Brücke wird es außerdem zu erheblichen Wartezeiten an den Ampeln kommen, auch wenn diese technisch so ausgerüstet sind, dass sie flexibel auf die jeweiligen Verkehrsströme reagieren können. Des Weiteren gibt es eine Änderung im Alarmplan der Feuerwehren. Die Orte Hörsten und Over werden künftig von der Feuerwehr Meckelfeld und nicht wie bisher von der Feuerwehr Maschen angefahren.
Für Grünen-Ortsratsmitglied Matthias Clausen kann die einspurige Verkehrsführung keine dauerhafte Option sein. "Unser Ziel ist es, eine technische Lösung zu finden, die es den Nutzern des Maschener Bahnhofs und den Hörstener Bürgern erspart, für die nächsten neun Jahre oder länger massive Verkehrsbehinderungen hinnehmen zu müssen", so Clausen. Während die Gemeinde-Verwaltung vor einiger Zeit ein Ingenieur-Büro mit dem Finden einer Lösung beauftragte - heraus kam die Einspurigkeit -, hat Matthias Clausen selbst recherchiert. Und stieß dabei auf Möglichkeiten, wie vielleicht doch zwei Spuren erhalten bleiben können. Denkbar sei z.B. einen Mindestabstand für Lkw einzurichten oder die Anzahl der auf der Brücke befindlichen Fahrzeuge zu beschränken. "Die Ampelanlage, die die Gemeinde angeschafft hat, gibt technisch einiges her, da müsste wahrscheinlich gar nicht mehr groß investiert werden", sagt Clausen.
Bei einer Sitzung des Ortsrates Maschen/Horst/Hörsten, auf der die einspurige Verkehrsführung über die Decatur-Brücke jetzt vorgestellt wurde, präsentierte Clausen seine Idee und stieß auf positive Resonanz. "Wir waren uns innerhalb aller Fraktionen einig, dass man dieser Option nachgehen sollte", so Clausen.
Gemeindesprecher Andreas Schmidt bestätigt, dass die Verwaltung die Möglichkeit prüfen will, weist allerdings auch auf zusätzliche Kosten hin. "Wir müssten dafür erneut ein Ingenieur-Büro beauftragen", so Schmidt. An der in Kürze beginnenden Einspurigkeit führe erst einmal nichts vorbei. "Außerdem hat die Decatur-Brücke leider die Besonderheit, dass die Brückenpfeiler mittig angebracht sind. Nicht jede Lösung, die bei anderen Brücken möglich ist, ist bei uns machbar, sagt Schmidt. Alle seien sich jedoch dahingehend einig, die bestmögliche Lösung zu finden.
Ab Mitte August müssen sich erst einmal alle, die über die Decatur-Brücke wollen, auf Einschränkungen einstellen. Wer einen Zug am Maschener Bahnhof erreichen will, sollte entsprechend früher losfahren.