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"Die Diskussion ist verfehlt": WOCHENBLATT-Leser äußern sich zu Hundekot-Debatte

Viele Seevetaler wünschen sich weitere solcher Hundestationen (Foto: archiv)
kb. Seevetal. Braucht Seevetal zusätzliche Hundestationen oder sollten die Steuergelder nicht für das Fehlverhalten einzelner Hundehalter, die Natur und Gehwege mit den Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner verschmutzen, ausgegeben werden? Das wollte das WOCHENBLATT von seinen Lesern wissen. Hintergrund war ein Vorstoß der Freien Wähler. Sie wollten von der bisher gestaffelten Hundesteuer zu einer einheitlichen Steuer mit leicht angehobenen Beiträgen für den Ersthund wechseln und die so entstehende Mehreinnahmen in zusätzliche Hundestationen investieren, an denen Hundebesitzer nicht nur Kotbeutel bekommen, sondern diese auch entsorgen können.
Schon im Ausschuss gab es zu diesem Thema eine lebhafte Diskussion und völlig unterschiedliche Ansichten. Und auch die WOCHENBLATT-Leser sind sich uneins. Die Meinungen reichen von klarer Zustimmung bis zum Appell an alle Hundehalter, sich selbst um das Problem zu kümmern.
Uwe Hemken aus Meckelfeld: "Meine Ehefrau und ich sind ebenfalls Hundebesitzer, ärgern uns aber genauso, wenn wir beim Aufnehmen der Hinterlassenschaften unserer Vierbeiner mit einem Fuß im Kot anderer Hunde stehen. Dennoch kennen wir sehr viele Hundehalter, die den Hundekot ebenfalls ordentlich entsorgen. In Meckelfeld gibt es unseres Wissens aber fast keine Entsorgungsstationen für Hundekot. Um die Zahl öffentlicher Abfalleimer ist es leider nicht besser bestellt. Deren Vermehrung würde völlig zur Lösung des „Hundekotproblems“ reichen. Ob der Hundekot nun in der Hausmülltonne oder in einem Kunststoffbeutel verpackt in einem öffentlichen Abfallbehälter landet, ist nach unserem Verständnis egal. Der Geruch des sonstigen Unrates in solchen Behältnissen dürfte bei hohen Temperaturen deutlich intensiver sein, als der eines sicher verpackten 'Hundewürstchens'."
Mark Loleit aus Eyendorf: "Ich kann dem Kommentar von Katja Bendig nur voll zustimmen. Als Gemeinderatsmitglied der Gemeinde Eyendorf habe ich 2012 angeregt zum Test drei Hundestationen aufzustellen. Jede davon besteht aus einem Beutelspender und einem Mülleimer. Die Behälter wurden so gut angenommen, dass bald darauf drei weitere Hundestationen aufgestellt wurden. Jeweils am Vortag zur Müllabfuhr werden die Behälter durch unseren Gemeindemitarbeiter geleert. Die Situation von Hundekothaufen im gesamten Dorf hat sich dadurch sehr entspannt. Im übrigen alles, ohne die Hundesteuer anzuheben."
Oliver Abel aus Maschen: "Auf meinen Spaziergängen durch Maschen fallen mir immer häufiger gefüllte Hundekotbeutel in den Hecken oder auf Blumenbeeten auf. Ich finde die Diskussion jedoch verfehlt. Das Wegwerfen von Müll, Zigarettenkippen oder Hundekotbeuteln stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die leider als Kavaliersdelikt abgehakt wird. Ich würde die Strafen für diese Ordnungswidrigkeit erhöhen, ein Jahr lang eine Streife durch die Gemeinde schicken, die diese Vergehen ahndet und dann schauen, ob sich der Aufwand lohnt."
Wie berichtet sind in Seevetal jetzt die Ortsräte aufgerufen, den Bedarf an Hundestationen und mögliche Standorte zu melden. Anschließend soll noch einmal auf Gemeindeebene politisch über das Thema beraten werden.