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Lässt Hannover Seevetal im Stich? Bürgermeisterin kritisiert Wirtschaftsministerium

Ist in letzter Zeit nicht immer nach Lächeln zumute: Martina Oertzen
kb. Seevetal. Es knirscht in den Leitungen zwischen der Gemeinde Seevetal und dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr. "Ich fühle mich allein gelassen", sagte jetzt Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen bei einem Pressegespräch.
Seit sich Wirtschaftsminister Olaf Lies im Herbst 2013 bei einem Vorort-Termin für die Westumfahrung Hittfeld stark machte, habe Oertzen ihn nicht mehr in der Gemeinde gesehen. Lediglich aus einem Zeitungsbericht habe sie entnehmen können, dass er jüngst den Rangierbahnhof Maschen besuchte. Fröhlich habe er für ein Foto aus einer Lok gewunken. "Der Rangierbahnhof ist doch kein gemeindefreier Raum", so Oertzen. Erst kürzlich habe sie Lies auf die drohende Sanierung der über den Bahnhof verlaufenden Decatur-Brücke und die damit verbundenen immensen Kosten angesprochen. "Und dann kommt er her und kontaktiert die Gemeinde nicht einmal", so Oertzen.
Schon der Festakt zur Freigabe des Rangierbahnhofes nach seiner Modernisierung im vergangenen Sommer hatte für Verwunderung gesorgt. Während Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz das Signal zur Inbetriebnahme gab, glänzten die Minister aus Hannover mit Abwesenheit. Beinahe hätte man denken können, der Rangierbahnhof liege auf Hamburger Gebiet. "Manchmal hat man das Gefühl, weil wir aus Sicht der Landesregierung die letzte Kommune vor der Hansestadt sind, werden wir hier vergessen", sagt Oertzen.
Auch auf die aktuellen Verkehrszahlen im Hinblick auf die Rastanlage Elbmarsch wartet man in Seevetal bis heute. Die waren eigentlich für Februar 2014 angekündigt. "Damals hieß es, 'ruhig Blut Frau Oertzen, die Zahlen kommen. Die müssen wir noch aufbereiten'", erzählt die Verwaltungschefin. Und wundert sich: "Was muss man denn da monatelang aufbereiten?" Gehakt hatte es auch bei der Vergabe der Plätze im Dialogforum Schiene Nord, in dem, wie berichtet, über die Y-Trassen-Varianten diskutiert wird.
Oertzen erwartet für die Zukunft eine bessere und engere Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium. "Egal ob Decatur-Brücke, Rastanlage oder Y-Trasse - wir haben hier große Probleme zu lösen, die nicht nur uns, sondern die ganze Metropolregion angehen. Das können wir nicht alleine gestalten, dafür brauchen wir Unterstützung aus Hannover."