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Hoher Blutdruck bremst Zocker-Prozess in Stade

Angeklagter Jens L.: Der Prozess macht ihm gesundheitlich zu schaffen. L.s Anwalt sieht den Auslöser beim Gerichtsgutachter

Ex-Banker Jens L. räumt Vielzahl von Taten ein / Erneut Verhandlungsunterbrechung

tp. Stade. Der Prozess am Stader Landgericht gegen den wegen Veruntreuung von Kundengeldern angeklagten Ex-Banker Jens L. (39) aus Stade ist erneut ins Stocken geraten. Bei der Verhandlung am Dienstag habe der Angeklagte einen Teil seiner Einlassung verlesen, so Gerichtssprecherin Petra Baars auf WOCHENBLATT-Nachfrage. "Doch nach rund einer Stunde und 45 Minuten musste die Verhandlung wieder beendet werden, weil es ihm gesundheitlich schlecht ging", so Baars.

Jens. L. leidet offenbar körperlich unter der Belastung des Prozesses. Im Gerichtssaal waren Rettungssanitäter anwesend. Wie auch in der vorangegangenen Verhandlung, litt Jens L. erneut unter stark erhöhtem Blutdruck mit einem Wert um 180.

Jens L., der mehrere Millionen Euro bei seinem Ex-Arbeitgeber, der Deutschen Bank in Buxtehude, veruntreut und verspielt haben soll, hatte bis zum Abbruch der Sitzung zu rund 100 der ihm vorgeworfenen Taten Stellung bezogen und die meisten der vorgeworfenen Taten eingeräumt. Ebenfalls erklärte Jens L., dass eine Vielzahl von Taten hätte auffallen müssen. Er verwies auf die Richtlinien aus der Betriebsordnung der Deutschen Bank, die unter anderem strenge Sicherheitsstandards für Buchungsvorgänge beinhaltet. Die Kontrollpflichten von Mitarbeitern der Deutschen Bank waren nach Schilderung des Angeklagten grob vernachlässigt worden.

L.s Rechtsanwalt Frank Jansen hält eine Fortführung des Prozesses bei den momentanen gesundheitlichen Risiken seines Mandanten für "sehr bedenklich". Auslöser der Beschwerden sei der Gerichtsgutachter Dr. Harald Schmidt. Nach dessen Ansicht war Jens L. krankhaft spielsüchtig. Der Gutachter hält den Angeklagten dennoch für straffähig. Jens L. drohen mehrere Jahre Haft.

• Nächste Verhandlung: Montag, 21.Oktober, 9.30 Uhr. Es geht weiter mit der Verlesung der Einlassung.

*Name der Redaktion bekannt