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Bäumchen schüttel dich - Apfelernte auf der Streuobstwiese

Hatten Spaß bei der Apfelernte: Peter Schleßelmann und sein Sohn Josua
 
Mit dem Ertrag sind Peter Schleßelmann und sein Sohn Josua nicht zufrieden (Foto: lt)
lt. Horneburg. "Bäumchen rüttel dich und schüttel dich, wirf Äpfel über mich" hätte das Motto am vergangenen Wochenende auf der Streuobstwiese in Grundoldendorf lauten können. Dort trafen sich Mitglieder der Horneburger Familieninitiative "Kunterbunt" zur jährlichen Apfelernte. Und die läuft bei den hochstämmigen, alten Bäumen etwas anders als in den wirtschaftlich genutzten Plantagen in der Region.
So brauchten die Pflücker um den "Obstbeauftragten" Peter Schleßelmann (51) hohe Leitern, um in die Baumkronen zu gelangen. Oben angekommen wurde kräftig geschüttelt und ein Großteil der Äpfel prasselte auf die unten ausgelegten großen Planen - bereit zum Einsammeln.
"Von hier oben kann bis nach Harsefeld gucken", so Schleßelmann, der u.a. Unterstützung von seinem Sohn Josua (10) bekam. Am verregneten Samstag und am sonnigen Sonntag halfen viele der insgesamt 50 Familien mit, die sich in der Initiative engagieren.
Für Schleßelmann geht es bei der Apfelernte um mehr als nur das Pflücken. "Die Kinder erleben hier Natur pur, packen mit an und erfahren, dass es viel mehr leckere Apfelsorten als den allseits bekannten Elstar-Apfel gibt", sagt der vierfache Vater, der auf einem Obsthof in Jork aufgewachsen ist.
Er hat in den vergangenen Jahren auf den insgesamt sechs Streuobstanlagen, um die sich die Initiative kümmert, schon mehr als 100 unterschiedliche Sorten gepflanzt. Darunter auch schmackhafte Kuriositäten wie den Seestermüher Zitronenapfel.
Mit der Erntemenge ist Schleßelmann dieses Jahr allerdings überhaupt nicht zufrieden. Im Gegensatz zu den sonst üblichen rund zehn bis zwölf Tonnen, kommen die Pflücker dieses Mal nur auf etwa zwei Tonnen Ertrag. Zuletzt habe auch der Sturm großen Schaden an dem Obst angerichtet, das im nassen Gras schnell vergammelt sei. Und gammelige Äpfel eignen sich nunmal nicht, um daraus den beliebten Apfelsaft zu pressen, den es inzwischen sogar bei Rewe in Horneburg zu kaufen gibt.

• Die Initiative freut sich über viele Besucher und Helfer beim Apfelmostfest am Samstag, 14. Oktober, von 10 bis ca. 14 Uhr auf der Streuobstwiese in Grundoldendorf "Vor den Dohren". Gerne können Gäste eigene Äpfel zum Mosten mitbringen.
www.famini.de

Unter Streuobstwiesen versteht man eine Form des Obstanbaus, die auf Mehrfachnutzung angelegt ist. Die hochstämmigen Bäume stehen "verstreut" in der Landschaft. Bei der Bewirtschaftung werden in der Regel kaum Dünger und Pesitizide eingesetzt.
In den einzigartigen Biotopen finden bis zu 5.000 Tier- und Pflanzenarten ein Zuhause – darunter vielen bedrohte Arten wie der Steinkauz. Auch seltene Wildbienen- und Schmetterlingsarten leben auf Streuobstwiesen.
Der Anteil an Streuobstwiesen an der Unterelbe liegt laut Obstbauzentrum Esteburg bei weniger als fünf Prozent. Zum Schutz und Erhalt von Streuobstwiesen hat sich im vergangenen Monat der Verein „Streuobstwiesen-Bündnis Niedersachsen“ gegründet. Zu den insgesamt 20 Gründungsmitgliedern gehören u.a. der BUND Niedersachsen und das Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen (KÖN).
www.streuobstwiesen-niedersachsen.de