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Bahnbrücke in Stade: Zwar größere Schäden, aber kein Abriss geplant

Schön geht anders: Die in die Jahre gekommene Bahnüberführung in Stade-Campe
bc. Stade. Die Eisenbahn-Überführung in Stade-Campe ist so marode, dass sie eigentlich nur noch abgerissen und erneuert werden kann. Das berichtete das WOCHENBLATT vor einer Woche auf Basis uns vorliegender Daten der DB Netz AG, die bundesweit den Zustand ihrer Brücken in vier verschiedene Kategorien eingestuft hat. Die Brücke in Campe fiel in die schlechteste Kategorie. Jetzt hat sich die Deutsche Bahn mit einer Stellungnahme an die Redaktion gewandt. Tenor: Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird.

Die Brücke „Camper Tunnel“ habe insgesamt fünf Überbauten, sprich fünf Schienenstränge. Der sogenannte Überbau 1 weise die Zustandskategorie (ZK) 4 aus. Das bedeutet: Eine Reparatur lohnt sich nicht mehr. Er muss abgerissen werden.

Da dieser Überbau jedoch nicht mehr genutzt werde, so Bahnsprecher Sabine Brunkhorst, bestehe keine Beeinträchtigung für den Zugverkehr: „Alle anderen Überbauten weisen dagegen die ZK 2 aus.“ Das heißt: Es gibt zwar größere Schäden an der Brücke, aber eine Sanierung ist noch möglich. Brunkhorst: „Derzeit gibt es bahnseitig keine Pläne für eine Erneuerung der Überführung.“

Nach einem möglichen Rückbau des Überbaus 1 werde die Brücke mit der Kategorie 2 ausgewiesen. Brunkhorst: „Es wird für die Bewertung des Gesamtbauwerks immer der Zustand des schlechtesten Bauteils ausgewiesen. Das bedeutet nicht, dass eine Eisenbahn-Überführung mit der ZK 4 tatsächlich auch erneuert werden muss.“

Falls sie bei der Antwort der Bahn jetzt nur noch „Bahnhof verstehen“, hier die Kurzzusammenfassung des WOCHENBLATT: Die Bahn hat die Camper Brücke als abrisswürdig eingestuft, obwohl sie das eigentlich gar nicht ist. Ob das sinnvoll ist, dürfen Sie, liebe Leser, selbst entscheiden.

• Die Bahn hat bundesweit knapp 25.000 Brücken. Davon sind etwa 10.000 Brücken älter als 100 Jahre. Der Sanierungsbedarf ist groß, die Sicherheit der Brücken ist laut Konzernangaben aber immer gewährleistet. Die Bahn schreibt: Die Brückenbauwerke werden mindestens alle drei Jahre geprüft und einmal pro Jahr im Rahmen einer Begehung in Augenschein genommen.