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Bastian Pastewka im Interview: "Die Geräusche machen wir selbst"

Bastian Pastewka spielt den Meisterdetektiv „Paul Temple“ aus der Kult-Radio-Reihe von Francis Durbridge (Foto: Carsten Sander)
bc. Stade. Seine Figuren haben deutsche Fernseh-Geschichte geschrieben. Egal ob der schwule Sex-TV-Moderator Brisko Schneider („Hallo, liebe Liebenden“) oder die Volksmusik-Ikone Wolfgang im Duo mit Anneliese (Anke Engelke), Bastian Pastewka spielt seine Rollen immer mit großer Verve. Am Donnerstag, 29. Oktober, (19.45 Uhr) ist der Träger des Deutschen Comedypreises mit dem Live-Krimi-Hörspiel „Paul Temple und der Fall Gregory“ im Stadeum zu Gast. Im WOCHENBLATT-Interview verrät er Details seines neuen Programms und mit welchen Hörspielen er groß geworden ist.

WOCHENBLATT: Auf was dürfen sich Ihre Fans in Stade freuen?

Bastian Pastewka: Auf ein spannendes und zugleich komisches Live-Hörspiel aus den späten 1940er Jahren, als sich die Schurken im nebligen London noch mit einer gefälschten Visitenkarte vorstellten und einen vergifteten Dry Martini servierten. Meine Komplizen spielen die vielen Verdächtigen, ich den Meisterdetektiv Paul Temple, der am Ende die große Frage klärt: Wer ist der Mörder? Wer ist Mr. Gregory?

WOCHENBLATT: Der Autor der Paul Temple-Reihe ist Francis Durbridge. Der Fall Gregory galt nach seiner Erstausstrahlung 1949 im deutschen Radio lange Zeit als verschollen.

Pastewka: Das ist richtig. Das Originalhörspiel eröffnete vor 66 Jahren die berühmte Paul-Temple-Radioserie des WDR, doch eben jener „Fall Gregory“ wurde nach der Ausstrahlung 1949 gelöscht und existiert in keinem Rundfunkarchiv mehr. Kürzlich sind aber Fragmente des deutsches Skriptes wieder aufgetaucht. Sie bilden die Grundlage für unsere Neuaufnahme und unser Live-Hörspiel. Aber keine Sorge: Die Zuschauer brauchen keine Durbridge-Vorkenntnisse.

WOCHENBLATT: Wie erzeugen Sie die Geräusche auf der Bühne?

Pastewka: Zu einem alten Krimi-Straßenfeger gehört auch die richtige akustische Untermalung. Wir fünf spielen die 25 Rollen, aber machen die Geräusche auf der Bühne auch noch selbst, also Pistolenschüsse, Türen, Hupen, Autos und sogar ein Motorboot.

WOCHENBLATT: Was war eigentlich Ihr erstes Hörspiel?

Pastewka: Als ich ungefähr drei Jahre alt war, bekam ich „Aschenputtel“, eine Märchen-Schallplatte aus den legendären Europa-Tonstudios.

WOCHENBLATT: Ein einschneidendes Erlebnis für Sie?

Pastewka: Ja, vor allem weil mir später der legendäre Europa-Märchenerzähler Hans Paetsch in den Edgar Wallace-Filmen als Schauspieler wieder über den Weg gelaufen ist. Ich bin ein großer Edgar Wallace-Fan.

WOCHENBLATT: In der Sat1-Serie „Pastewka“, in der Sie sich selbst spielen, schlafen Sie gerne mit den „Drei Fragezeichen“-Hörspielen ein. Wie nah an der Realität ist das?

Pastewka: Das kommt eher selten vor. Dafür sind die Hörspiele viel zu gruselig. Wer weiß denn schon, ob nicht nachher der Grüne Geist doch noch im Zimmer steht?

WOCHENBLATT: Was für ein Grüner Geist?

Pastewka: Na klar, Folge 8 der „Drei Fragezeichen“, der Grüne Geist.

WOCHENBLATT: Sie kennen alle Folgen auswendig?

Pastewka: Nennen Sie mir eine Zahl zwischen 1 und 40.

WOCHENBLATT: 23.

Pastewka: “Die drei Fragezeichen und das Aztekenschwert“. Noch eine.

WOCHENBLATT: 18.

Pastewka: „Die drei Fragezeichen und die Geisterinsel“.

WOCHENBLATT: Okay, ich glaube Ihnen. Haben die Macher der drei Fragezeichen schon mal bei Ihnen angeklopft?

Pastewka: Ja, ich durfte sogar in Folge 101 „Das Hexenhandy“ die Titelrolle sprechen. Das war ein Ritterschlag für mich.

WOCHENBLATT: Zurück zu Ihrer erfolgreichen Serie: Können Sie Ihren Fans verraten, wann die 8. Staffel von „Pastewka“ ausgestrahlt wird?

Pastewka: Leider nicht. Wir Schauspieler haben alle Lust, aber sind derzeit mit anderen Projekten beschäftigt. Es gibt noch keine Planungen.

WOCHENBLATT: Freuen Sie sich auf Ihr Publikum in Stade?

Pastewka: Ja, weil ich weiß, dass die Leute hier besonders begeisterungsfähig sind. Ich war schon oft im Stadeum, zuletzt mit meinen Freunden Michael Kessler, Christoph Maria Herbst und Jürgen Tonkel.

WOCHENBLATT: Keine Erfahrungen mit norddeutscher Zurückhaltung gemacht?

Pastewka: Im Gegenteil. Das Klischee kann ich nicht bestätigen. Otto Waalkes sagte mir mal: If you can make it here, you can make it everywhere.

• Tickets für „Paul Temple und der Fall Gregory“ gibt es unter www.stadeum.deoder Tel. 04141-409140