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Feuerwerk verbieten? Zahlreiche Reaktionen auf WOCHENBLATT-Artikel über Reetdachhaus-Besitzer Gido Henze

Reetdachhaus-Besitzer Gido Henze hat Angst, dass sein Haus durch Feuerwerk zerstört werden könnte (Foto: Montage: MSR)
lt. Lühe. Mit der Diskussion um ein generelles Feuerwerksverbot in der Samtgemeinde Lühe haben die Antragsteller Timo Gerke und die Freie Wählergemeinschaft offenbar einen Nerv getroffen. Auf den WOCHENBLATT-Artikel über Gido Henze aus Hollern-Twielenfleth, der in einem großen Reetdachhaus wohnt und in jeder Silvesternacht um seine Existenz fürchtet, gab es zahlreiche Leser-Reaktionen:
Susanne und Jürgen Flimm aus Wischhafen/Hamelwörden wünschen sich ebenfalls ein generelles Feuerwerksverbot. Das Paar bewohnt ein großes Reetdachhaus und macht Jahr für Jahr ähnliche Erfahrungen wie Gido Henze. "Wir sind gezwungen, Silvester zuhause zu bleiben", schreiben die Flimms. Angstvoll stünden die beiden zum Jahreswechsel vor ihrem Haus während die Raketen über sie hinweg flögen.
Ohne Erfolg hätten sie bereits Warnzettel an Bäume gehängt und mit Nachbarn gesprochen. Gemeinsam mit anderen Reetdachhausbesitzern habe man auch versucht, den Wischhafener Rat von einem Feuerwerksverbot zu überzeugen - ebenfalls ohne Erfolg.
WOCHENBLATT-Leserin Bärbel Schromm spricht sich auch für ein generelles Verbot sowie gesonderte Abbrennplätze aus. Sie weist darauf hin, dass durch das Abbrennen von Feuerwerk nicht Personen zu Schaden kommen könnten und Tiere in Panik geraten, sondern außerdem Unmengen von Müll produziert werden.
Auch Jürgen Kühlke aus Hemmoor und Heidi Niebuhr aus Mittelnkirchen sind für ein generelles Feuerwerksverbot.
Kapitän Frank Söhl-Hartmann ist der Meinung, dass solange bestehende Gesetze nicht kontrolliert würden, auch kein neues helfe. Er sieht außerdem Abbrennplätze am Außendeich kritisch, weil auf der Elbe z.B. auch Tanker vorbeifahren, die durch Feuerwerkskörper gefährdet werden könnten.
Gegen ein generelles Verbot spricht sich außerdem Mareen Krüger aus. Es sollte lieber die Einhaltung der bestehenden Vorschriften kontrolliert werden. Sie fragt: "Warum müssen alle bestraft werden, wo Einzelne Verbote ignorieren?
Der staatlich-geprüfte Pyrotechniker Thomas Müller hält ein grundsätzliches Verbot für überflüssig und sieht darin eine Art "Entmüdigung des Bürgers". Müller meint, es sollte lieber mehr für die Aufklärung zum sicheren Umgang mit Feuerwerk getan werden.
In der Samtgemeinde Lühe wird sich nun, wie berichtet, am Donnerstag, 22. Dezember, der Rat noch einmal mit dem Thema beschäftigen.
Auch bei der jüngsten Sitzung des Jorker Rates wurde die Feuerwerks-Problematik angesprochen. Bürgermeister Gert Hubert kündigte an, dass ein Rundschreiben verteilt werden soll, dass noch einmal auf den einzuhaltenden Abstand beim Zünden von Feuerwerk von 200 Metern zu Reetdachhäusern hinweise.