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Hacken für das Aha-Erlebnis: Interview mit Tobias Schrödel - Der IT-Comedian kommt Ende November nach Stade

Erhebt nicht den mahnenden Zeigefinger, sondern packt die Themen humorvoll an: IT-Experte Tobias Schrödel (Foto: Marc-Steffen Unger)
(jd). Er knackt Passwörter, spioniert Daten aus und kapert Smartphones: Tobias Schrödel ist ein Hacker - aber ein lieber. Der IT-Experte kennt alle Sicherheitslücken bei Computern und Handys, nutzt sie aber nicht für kriminelle Zwecke. Er wendet seine Tricks an, um die Menschen vor einem leichtfertigen Umgang mit PC und Co. zu warnen - und das auf unterhaltsame Weise: Statt langweilige Vorträge zu halten, zieht der "IT-Comedian", der auch regelmäßig Tipps bei "Stern TV" gibt, eine Bühnenshow rund ums Hacken ab. Demnächst ist Schrödel zu Gast in Stade - mit einem "Live Hacking Event" im Stadeum. WOCHENBLATT-Redakteur Jörg Dammann stellte ihm zum Thema Datensicherheit ein paar Fragen:


WOCHENBLATT:
Herr Schrödel, welchen E-Mail-Provider haben Sie?
Schrödel: Ich nutze Mail-Adressen bei mehreren Providern: eine Adresse für private Zwecke, eine für geschäftliche Dinge und eine weitere, die ich ab und an wechsle. Damit melde ich mich auf Online-Portalen an. Wenn dieser Mail-Eingang dann zugespamt wird, hole ich mir eine neue Adresse.
WOCHENBLATT: Für den normalen Nutzer ist Google-Mail doch ganz komfortabel - mit Terminkalender und Adressdatenbank. Was halten Sie davon?
Schrödel: Natürlich ist das eine tolle Sache. Doch schauen Sie mal in die AGBs: Dort steht, dass Google alle Mails scannen darf, um daraus Infos für Werbezwecke zu ziehen. Mal im Klartext: Wenn ich Informant wäre und Sie würden mir als Journalist eine Mail-Adresse von Google nennen, würde ich mich an eine andere Zeitung wenden. Google bewahrt keine Geheimnisse.
WOCHENBLATT: Sind deutsche Provider denn sicherer?
Schrödel: Auf jeden Fall. Hierzulande haben sich die Anbieter von E-Mail-Adressen darauf verständigt, Nachrichten, die innerhalb Deutschlands verschickt werden, auf keinen Fall übers Ausland laufen zu lassen. Damit ist der Zugriff von Bösewichtern, die meine Daten ausspähen wollen, erheblich eingeschränkt.
WOCHENBLATT: Durch die Presse ging in diesen Tagen die Geschichte der elfjährigen Schülerin, die sichere Passwörter auswürfelt und für zwei Dollar verkauft.
Schrödel: Eine niedliche Geschäftsidee. Das Problem ist nur: Wer soll sich dieses zusammengewürfelte Passwort merken. Also müsste man es aufschreiben, was ein absolutes Sakrileg in Sachen Datenschutz wäre. Mein Tipp: Nehmen Sie von einem Ohrwurm den Refrain und bilden Sie aus den Anfangsbuchstaben das Passwort. Einige Buchstaben sollten durch passende Ziffern ersetzt werden: 5 statt S, 3 statt E oder 1 statt I. Dazwischen an einer Stelle Punkt, Komma oder Strich unterbringen und je nach Zugang einen Extra-Buchstaben einbauen: zum Beispiel a für Amazon oder e für Ebay.
WOCHENBLATT: In Ihren Shows bringen Sie das Publikum mit kleinen Kunststückchen zum Staunen. Haben Sie einen "Zaubertrick" parat, den Sie jetzt live vorführen können?
Schrödel: Nennen Sie mir Ihre Telefonnummer von zu Hause. In ein paar Sekunden erhalten sie von dieser Nummer einen Anruf auf ihrem Handy. (Es klingelt und das Handy-Display zeigt die Nummer an.)
WOCHENBLATT: Beeindruckend. Das macht Appetit auf Ihre Show. Danke für das Gespräch.

• "Hacking für Jedermann" am Dienstag, 24. November um 19.45 Uhr im Stadeum.

• Eintritt: 7,50 Euro. Karten unter www.stadeum.de

• Mehr Infos: www.sichere.it