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Vermisste Alicia Henning (14) ist wieder zu Hause in Stade

Können aufatmen: Alicias Eltern Peter Adler und Anja Henning

Erlösender Anruf: "Papa, hol mich ab!"

tp. Stade. Die seit vergangenem Freitag vermisste Alicia Henning (14) aus Stade ist wieder zu Hause. Eine Woche zermürbender Ungewissheit über das Schicksal des Teenagers endete in der Nacht auf Freitag mit dem erlösenden Anruf: "Papa, hol mich am Bahnhof ab!" Um 0.27 Uhr schloss Peter Adler seine Tochter am Bahnsteig in die Arme.

Wie berichtet, war die Jugendliche aus Stade-Bützfleth, deren Familie einer deutschen Sinti-Gemeinschaft angehört, zuletzt am Freitagmorgen vor der Hauptschule Thuner Straße gesehen worden. Ein letztes Lebenszeichen gab Alicia am Montagabend in einem knappen Telefonat, bei dem sie nach Aussagen ihres Vaters "zwar mit ihrer Stimme" sprach. "Doch das war nicht ihre Persönlichkeit." Peter Adler hatte den Eindruck, ein Fremder habe ihr rätselhafte Sätze wie "Ich gehe Gottes Weg" diktiert.
Wie sich jetzt durch polizeiliche Fahndungen herausstellte, hielt sich Alicia bei einem Mann in einem Dorf in Schleswig-Holstein auf. Laut dem Stader Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm wollten Polizisten Alicia am Freitag in den frühen Morgenstunden aus der Wohnung des Mannes, dessen Adresse ihnen schon seit dem Vortag bekannt war, holen. Doch zwischenzeitlich hatte der Teenager auf eigene Faust den Heimweg angetreten.

"Beim Wiedersehen weinte sie, war entkräftet, hungrig und verwirrt", sagt der Vater. Zu Hause begrüße Alicia ihre drei Geschwister (9 bis 16), bevor sie erschöpft ins Bett fiel. Die Polizei ermittelt weiter die Hintergründe des Verschwindens.

In der zurückliegenden Woche machten anonyme Anrufe der Familie zu schaffen. Fremde hätten sich als Polizisten ausgegeben, die Alicia gefunden haben wollen, so Peter Adler, "doch dann war da nur Gelächter und die Leitung verstummte. Wer tut so etwas Gemeines?"