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Vorschlag für Stade: WLAN-Zugang für alle!

Zunächst könnte rund ums Rathaus ein öffentliches WLAN-Netz geschaffen werden
bc. Stade. Deutschland ist WLAN-Diaspora, was den frei verfügbaren und kostenlosen Internetempfang auf öffentlichen Plätzen angeht. Da sind andere europäische Länder wesentlich weiter. So langsam wird das Thema „Hotspots“ aber auch hierzulande heiß.

Dank der Piratenpartei könnte die Diskussion jetzt in der Kreisstadt Stade Fahrt aufnehmen. „Wir wollen der Stadt helfen, in Sachen digitaler Infrastruktur im neuen Jahrtausend anzukommen“, sagt der Stader Pirat Richard Klaus, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes.

Die Piraten präferieren ein sogenanntes Freifunk-Netz für Stade, so wie es auch schon in Hamburg existiert. Zunächst soll das Netz rund ums Rathaus verfügbar sein und sich von dort über die gesamte Stadt ausbreiten. Ziel ist es, dass Bürger ganz unkompliziert ohne Anmeldung oder zusätzliche Software mit ihrem Notebook oder Smartphone im World Wide Web surfen können.

„Wir wollen die Stadt mit im Boot haben, um möglichst viele Menschen von der Idee zu überzeugen“, erklärt Klaus. Daher bitten die Piraten in einem Schreiben an Bürgermeisterin Silvia Nieber, ob die Verwaltung den Aufbau eines nicht-kommerziellen Stader Freifunk-Bürgernetzes initiieren könnte. Im Rathaus müsste eine mögliche Umsetzung auf Kosten und technische Voraussetzungen hin geprüft werden. Klaus: „Die Kosten sind überschaubar.“ Zudem wäre die Gründung eines Freifunkvereins zu begrüßen.

Die Piraten schlagen eine Zusammenarbeit mit Stader Unternehmern, Vereinen, Schulen und Verbänden sowie dem Gewerbeverein „Aktuelles Stade“ vor. Klaus: „So kann ein kostengünstiges, barrierefreies und sicheres WLAN-Netz vom Stader Rathaus ausgehend über ganz Stade aufgebaut werden.“ Auch die Internetversorgung von Flüchtlingen könne über Freifunk erreicht werden. Für Einzelhändler und Gastronomen wäre das Netz ein attraktives Angebot, einen einfachen Internetzugang für ihre Kunden zu ermöglichen.

Zum Hintergrund: Freifunk ist unabhängig vom vorhandenen Telefonanbieter. Jeder, der über einen Internetzugang eines beliebigen Anbieters verfügt, kann mit dem Anschluss eines extra Freifunk-Routers an dem Projekt teilnehmen. Das Prinzip: Jeder Nutzer im Freifunk-Netz stellt seinen WLAN-Router für den Datentransfer der anderen Teilnehmer zur Verfügung. Je mehr Freifunk-Router desto besser die Netzabdeckung. Die Router kommunizieren miteinander, bilden ein eigenes Netz.

Zum Thema Sicherheit sagt Richard Klaus: „Durch eine Kooperation mit einem Freifunkverein werden die Stadt und die Betreiber der Router von der Haftung befreit.“ Der Datenverkehr werde sicher verschlüsselt und an die Infrastruktur des Vereins weitergeleitet.

Anders laufe es bei den Hotspots von kommerziellen Providern. Klaus: „Die übermittelten Daten werden von den Providern genutzt. Außerdem ist die Übertragungsbandbreite extrem limitiert.“

• Auch in Buxtehude hat die Piratenpartei die Stadtverwaltung angeschrieben. Dort wird die Idee bereits im Rathaus diskutiert. In Stade wurde den Ratspolitikern der Antrag der Piraten am Montag vor der Sitzung ausgehändigt. Für ein Meinungsbild ist es noch zu früh. Auch die Bürgermeisterin kann inhaltlich noch keine Stellung beziehen, da der Antrag erst vergangenen Freitag bei ihr im Rathaus einging.