Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Ziel: drei Heime an der B73 in Düdenbüttel

Das Privatgrundstück liegt an der Hauptstraße/B73 in Düdenbüttel Fotos: tp/B+S

B+S plant Betreuung für Eltern, Kinder und junge Flüchtlinge / Beschäftigungsmöglichkeit im Hofladen

tp. Düdenbüttel. Allerorten im Landkreis sucht das Unternehmen B+S Soziale Dienste Stade nach Grundstücken und Immobilien. Nun hat der soziale Träger an der Hauptstraße/Bundesstraße B73 in Düdenbüttel eine Fläche für ein besonderes Hilfsprojekt ins Visier genommen. B+S möchte insgesamt drei Häuser für Menschen in Notlagen errichten und hat bei der Gemeinde eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt.

Laut dem B+S-Geschäftsführer Sebastian Beck wurde das Unternehmen durch eine Werbetafel und eine Anzeige im Internet auf das "schöne, verkehrsgünstig nah an Stade gelegene Privatgrundstück" aufmerksam. B+S entwickelte gemeinsam mit einem Architekten aus Buxtehude Pläne für das Vorhaben mit drei Neubauten. Nach vorläufigen Planungen soll auf dem Gelände ein Wohnhaus für die Betreuung von jungen deutschen Müttern bzw. Paaren mit Kindern, ein weiteres Heim für eine Kinder- und Jugendgruppe (etwa sieben bis 16 Jahre) sowie ein Gebäude mit kleinem Geschäft entstehen. In einem Hofladen im Erdgeschoss sollen regionale Lebensmittel angeboten werden, darüber sind Wohnungen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge geplant, die durch Beschäftigung in dem Laden ins Berufsleben eingegliedert werden sollen. Damit habe das Konzept "integrativen" Charakter", sagt B+S-Chef Beck.

In den drei Häusern, die sich laut Sebastian Beck in den dörflichen Baustil einfügen und im Stil von Einfamilienhäusern konzipiert seien, gebe es Wohnraum für ca. 16 bis 20 Menschen in Not. Voraussichtlich sollen maximal zwei junge Kriegsflüchtlinge einziehen. Für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung sollen acht Arbeitsplätze im sozialen Bereich geschaffen werden.
Der private Kinder- und Jugendhilfeträger B+S, der im Auftrag von Jugendämtern aus der Region arbeitet, stieß vor knapp einem Jahr in Kutenholz auf heftigen Widerstand aus einem Teil der Bevölkerung, als er in einer leer stehenden Bäckerei und einer früheren Gaststätte Jugendliche ohne Familienanschluss unterbringen wollte. Das Vorhaben scheiterte ebenso wie ein ähnliches Projekt in Dornbusch (das WOCHENBLATT berichtete).

In Düdenbüttel rechnet der Bürgermeister Klaus-Peter Borchers-Saß zumindest mit Skepsis einiger Dorfbewohner, mag aber keine Prognosen darüber stellen, wie das Projekt in der Öffentlichkeit ankommt. Bislang habe sich die kleine Geest-Gemeinde durch soziales Engagement bei der Flüchtlingshilfe einen guten Ruf erworben. Borchers-Saß, der die von B+S vorerst unter Verschluss gehaltenen Skizzen bereits gesehen hat, sieht allerdings Probleme bei dem Ausmaß der drei Gebäude. Sie seien zweieinhalbstöckig und damit möglicherweise überdimensioniert. B+S-Chef Beck gibt sich angesichts der frühen Planungsstandes gelassen: "Wir sind flexibel und können die Pläne noch ändern."