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Eichenpfähle im Büsenbachtal als "Besucher-Lenkung"

Diese Eichenpfähle wurden am Freitag im Büsenbachtal gesetzt (Foto: privat)
bim. Handeloh. Der Mauerbau ist seit dem Flüchtlingszustrom, spätestens aber seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump wieder verstärkt in der Diskussion. Was jetzt im Landschaftsschutzgebiet Büsenbachtal in Handeloh „gebaut“ wurde, habe aber nichts mit Barrieren zu tun, versichert der Landkreis Harburg. Vielmehr dienten die 70, in acht Metern Abstand gesetzten Eichenpfähle der „Besucher-Lenkung“. Denn seit dieser Teil des Heidschnuckenwegs zum schönsten Wanderweg Deutschlands gekürt wurde, strömen mehr Naherholungssuchende denn je ins Büsenbachtal. Dadurch seien die Wege stark ausgetreten und breiter worden.
„Oftmals gehen Besucher inzwischen auch abseits der Wege, sodass die empfindliche Vegetation an vielen Stellen sehr stark geschädigt ist. Auch Reiter, Radfahrer und Mountainbiker verlassen inzwischen die Wege und tragen mit dazu bei, dass das Naturschutzgebiet in seinem Erholungswert zunehmend beeinträchtigt wird“, teilt Kreissprecher Johannes Freudewald mit.
Die Eichenpfähle haben inklusive des Setzens 1.100 Euro brutto gekostet. Die gesamte Maßnahme wurde vom Verein Naherholung im Umland Hamburg zu 50 Prozent gefördert.
Davor hatte die Naturschutzbehörde im vergangenen Herbst zwei Brücken, die über den Büsenbach führen, nach rund 20 Jahren erneuert. Außerdem wurden Findlinge im Büsenbach sowie auf den Heideflächen platziert, die den natürlichen Bachlauf fördern und Insekten als Unterschlupf dienen sollen (das WOCHENBLATT berichtete).
Die Eichenpfähle dienten ausschließlich der optischen Orientierung und seien ein Appell, die vorhandenen Wege einzuhalten. „Im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide sind diese Besucherlenkungselemente seit vielen Jahrzehnten typischer Bestandteil der Heidelandschaft. Die Pfähle verwittern schnell und nehmen rasch eine graue Farbe an. Sie sind schon nach kurzer Zeit mit Flechten und Moosen besetzt und fügen sich hervorragend in die Landschaft ein“, so Freudewald weiter.

Pro: Schade, dass so etwas nötig ist

Dass der Heidschnuckenweg im Bereich Brunsberg und Büsenbachtal prämierter
Wanderweg ist, entpuppt sich für Anwohner und den Landkreis zunehmend
als kostspieliger Boomerang. Da strömen busseweise Naherholungssuchende ins Büsenbachtal, und einige von ihnen nehmen keine Rücksicht auf die Natur, wegen der
sie eigentlich ins Landschaftsschutzgebiet gekommen sind. Sie bauen Dämme in den Bach, lassen Steine und Stöcke darin zurück, genießen ein Picknick in der Heide und hinterlassen ihren Müll. Und sie trampeln platt, was im Weg ist, wo der eigentliche
Weg endet. Nicht zu vergessen die Mountainbiker, die in halsbrecherischer Fahrt den
Hang hinunter sausen und dann den übrigen Nutzern ausweichen müssen.
Es ist schade, dass der Landkreis regulierend eingreifen und nun Eichenpfähle
einsetzen musste, weil die Beschilderung der Wege offenbar nicht ausreicht. Zumindest bemüht man sich in Absprache mit der
Naturschutzbehörde um Maßnahmen, die das Landschaftsbild
nicht zu sehr stören.
Bianca Marquardt

Contra: Das ist Geldverschwendung!

Ich bin sprachlos! Wie gelangweilt müssen die Mitarbeiter des Landkreises Harburg sein, um auf so eine wahrlich dümmliche Idee zu kommen, 70 Eichenpfähle in die Natur zu rammen? Glaubt denn Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald ernsthaft, dass sich von diesen Begrenzungen jemand davon abbringen lassen wird, den "heiligen Wanderweg" zu verlassen? Ich kann es mir nicht vorstellen. Im Gegenteil: Ich sehe jetzt schon, wie Jugendliche sich einen Spaß daraus machen werden, mit ihren Mountainbikes im Slalom um die Pfähle zu rasen. Und Hunde werden von Pfahl zu Pfahl rennen, um ihre Markierungen zu setzen.
Wie peinlich selbst Freudewald die Maßnahme ist, zeigt die Tatsache, dass er die Kosten in brutto angibt - das ist sonst nicht üblich. Was die Dummheit die Steuerzahler wirklich gekostet hat, verschweigt er.
Gern würde ich auch wissen, wie hoch die Folgekosten für die Instandhaltung
der Pfähle werden wird. Oder glaubt der Landkreis ernsthaft, die übergroßen Mikadostäbe bleiben die nächsten Jahre unversehrt stehen?!
Sascha Mummenhoff