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Kreisschulausschuss: Absage an die Oberstufe in Jesteburg

Mit Plakaten mit "Unsere Zukunft zählt" und "Abi für Jestburg" warben Eltern, Schüler und Lehrer der Oberschule für ihr Anliegen: eine Oberstufe (Foto: Johannes Freudewald)
bim. Buchholz. Das Positive vorweg: Der Landkreis Harburg ist attraktiv und wächst, insbesondere um junge Familien. Das Problem: Entsprechend müssen die Schulen erweitert und ausgestattet werden. Außerdem werden eine Reihe neuer Investitionen aufgrund der Rückkehr zu G9 notwendig. Würde alles Nötige realisiert, müsste der Landkreis in den nächsten zehn Jahren rund 109 Millionen Euro stemmen. Darüber, welche Maßnahmen anstehen, gaben Anke Wilcke, Leiterin der Schulabteilung beim Landkreis, und Jörn Petersen, Leiter der Gebäudewirtschaft, dem Kreisschulausschuss in der Buchholzer Zukunftswerkstatt jetzt einen ersten Überblick.
Doch zunächst zogen die zahlreich erschienenen Eltern, Schüler und Lehrer der Oberschule Jesteburg die Aufmerksamkeit auf sich. Wie mehrfach berichtet, wünschen sie sich eine eigene gymnasiale Oberstufe. Mit Plakaten mit der Aufschrift „Unsere Zukunft zählt“ und „Abi für Jesteburg“ untermauerten sie ihre Forderung - und wurden erneut auf den Boden der Tatsachen geholt, da für dieses Schulmodell laut niedersächsischem Schulgesetz keine gymnasiale Oberstufe erlaubt ist.
Friedrich Goldschmidt von der Kreisverwaltung betonte, dass jedem dafür qualifizierten Oberschüler aus Jesteburg für das Schuljahr 2018/19 ein Platz an einem der neun Gymnasien des Landkreises zur Verfügung gestellt werde, aber eben nicht immer am Wunschgymnasium. Bei Oberstufenschülern gelte eine 60-minütige Fahrzeit zur Schule als zumutbar. In dieser Zeit seien alle neun Gymnasien im Landkreis Harburg erreichbar.
Als nötige Investition gesehen wird allerdings die Erweiterung der Jesteburger Oberschule. Die bisherige Dreizügigkeit reicht nicht aus. Daher wurden bereits fünf Gruppenräume und ein Fachraum zu Klassenzimmern umgerüstet. Im vorgestellten Investitionskatalog gehört die Erweiterung auf Vierzügigkeit zu den Maßnahmen mit erster Priorität. Kosten: 1,79 Millionen Euro.
Einige weitere mit erster Priorität vorgeschlagene Maßnahmen sind u.a.: Neubau einer Dreifeld-Sporthalle an der IGS Buchholz (3,9 Millionen Euro), Anbau fürs Gymnasium am Kattenberge (1,5 Millionen Euro), Mensa und Brandschutz an den BBS Buchholz (2,6 Millionen Euro), Erweiterung der Oberschule Hollenstedt (3,8 Millionen Euro), Erweiterung Gymnasium Salzhausen (1,9 Millionen Euro), Erweiterung für den Sekundarbereich I inklusive Umbau Verwaltung und Aula der IGS Seevetal (5,5 Millionen Euro), Erweiterung für den Sekundarbereich II der IGS Seevetal (4,8 Millionen Euro), Erweiterung G9-Anbau Gymnasium Seevetal im Schulzentrum I (1,5 Millionen Euro), Erweiterung Gymnasium Winsen im Schulzentrum I und Umbau der Wolfgang-Borchert-Schule (3,3 Millionen Euro) und Erweiterung G9-Anbau Gymnasium Winsen im Schulzen­trum II (2,4 Millionen Euro).
Welche Maßnahmen in den kommenden Jahren in welcher Reihenfolge realisiert werden, muss nun zunächst die Politik entscheiden. In den kommenden beiden Jahren wären laut den vorgestellten Priorisierungsempfehlungen Investitionen von 11,7 Millionen (2018) und 19,2 Millionen Euro (2019) erforderlich. Alles vorbehaltlich der jetzt beginnenden Beratungen des Haushaltsplanes für 2018/19, der dann auch noch vom Ministerium genehmigt werden muss.
Bei den vielen nötigen Investitionen ist es fraglich, ob die Kreisumlage wieder gesenkt wird. Die war im Zuge des damaligen Flüchtlingszustroms im Jahr 2015 erhöht worden und hat dazu beigetragen, dass der Kreishaushalt einen Überschuss von derzeit rund neun Millionen Euro aufweist. Über die Höhe der Kreisumlage soll ebenfalls im Zuge der Haushaltsplanberatungen diskutiert werden.