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Alle Etappenziele erreicht

Reiner Karrasch will heute in Frankreich ankommen (Foto: privat)

Reiner Karrasch ist mit dem Fahrrad nach Spanien unterwegs

thl. Winsen. Seit genau zwei Wochen ist Reiner Karrasch aus Winsen mit seinem Fahrrad unterwegs. Der 63-Jährige will bis nach Spanien und innerhalb von drei Monaten eine Strecke von über 4.000 Kilometern zurücklegen (das WOCHENBLATT berichtete).
Seit seinem Start berichtet er täglich über Whatsapp über seine Tour-Erlebnisse. Sein erstes großes Ziel, die Stadt Aurich, hatte Karrasch wie geplant drei Tage nach Tourbeginn erreicht. Dort war er zum 60. Geburtstag eines Freundes eingeladen. "Ich wurde dort empfangen wie ein Promi", lacht der 63-Jährige. "Auch dort hatte man meine Geschichte aus dem WOCHENBLATT gelesen." In Aurich hatte Reiner Karrasch allerdings schon mehr Kilometer auf dem Tacho als geplant. Grund: Sein Navi führte ihn öfter mal in die Irre. "Immer wieder rein in die Botanik und schieben", erklärt er. Und auch mit einem Unwetter hatte der passionierte Radfahrer zu kämpfen. "Eigentlich wollte ich zelten. Doch gleich zu Beginn musste ich mich in einer Pension einmieten, weil meine Sachen komplett nass waren und erst einmal getrocknet werden mussten."
Nach Aurich machte Reiner Karrasch einen Abstecher über die Niederlande. "Dort gibt es sehr schöne Fahrradstraßen - ein echter Traum", schwärmt der Winsener. Dass nicht nur er mit seiner Fahrradtour eine - positiv gesehen - verrückte Idee hatte, erfuhr er unterwegs gleich zweimal. Einmal traf er auf ein Ehepaar aus Holland, das mit dem Rad bis nach Athen will, ein anderes Mal zwei Schweizerinnen, die seit drei Wochen zu Fuß von Bern aus nach Rotterdam unterwegs sind. Ihr Gepäck schoben sie in einem Einkaufswagen vor sich her. "Nach ihrer Ankunft in Rotterdam wollen die beiden auf Weltreise gehen, haben sie mir verraten", so Karrasch.
Das Wetter war in den vergangenen Tagen zwar top, trotzdem hatte Reiner Karrasch mit vielen Unwegsamkeiten zu kämpfen. Fahrradwege - vor allem im Ruhrgebiet - die reinste Schlaglochpisten waren, ein Navi, das manchmal ein Eigenleben führt, eine geschlossene Bahnschranke mitten im Wald, die man selbst per Knopfdruck öffnen muss, und eine kapitale Reifenpanne. Trotzdem ist Reiner Karrasch noch in seinem Zeitplan, auch wenn die eine oder andere Tagestour länger als geplant gedauert hat.
Heute will der Winsener in Frankreich ankommen, um das Rhonetal bis Sete zu durchfahren. Täglich trinkt er mindestens vier Liter Wasser unterwegs und "befürchtet", dass es noch viel mehr werden. "Auch zerrt das Radfahren am Körpergewicht. Aber ich habe gute Reserven", lacht Karrasch. Sein bisheriges Fazit: "Ein schöne Herausforderung. Ich bereue nicht, die Fahrt angetreten zu haben."