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Tobias Müller neuer zweiter Vize-Ratsvorsitzender

Tobias Müller (Foto: archiv)
thl. Winsen. Tobias Müller ist neuer zweiter Vize-Vorsitzender des Winsener Stadtrates. Der Parteilose wurde jetzt auf Vorschlag der Winsener Liste mit deren Stimmen, seiner eigenen Stimme und dem Votum der CDU gewählt.
Nötig wurde die Wahl, weil der bisherige Amtsinhaber Thorsten Perl (SPD) hingeworfen hatte. "Als ich bei der konstituierenden Ratssitzung vor gut zwei Jahren mit einer relativ guten Mehrheit in dieses Amt gewählt, hatte ich mich gefreut und ich war stolz", so Perl. "Die unschönen Vorgänge in der vergangenen Ratssitzung, die in der Abwahl der zweiten Vize-Bürgermeisterin Birgit Eckhoff gipfelten, haben mich aber zu dem Entschluss kommen lassen: Diesem Rat möchte ich nicht vorsitzen."
Pikant: Auf der Suche nach einem Nachfolger für Perl, haben sowohl die Gruppe Grüne/Linke als auch die Freien Winsener im Ältestenrat abgewunken. Daraufhin soll sich Tobias Müller selbst vorgeschlagen haben. Auch dafür hatte Perl noch einen kleinen Seitenhieb übrig: "Wenn die Wahl jetzt nicht gleich durchgeht, wird CDU-Chef André Bock wohl wieder eine Sitzungsunterbrechung beantragen, um seinen Leuten mitzuteilen, wo sie ihr Kreuzchen machen müssen." Eine Anspielung auf die Vize-Bürgermeisterwahl der Dezember-Ratssitzung, wo die Abwahl Eckhoffs im ersten Durchgang nicht klappte, sondern erst nachdem Bock bei seinen Parteikollegen eine Ansprache gehalten hatte.

Kommentar:
Einmal mehr merkt man, dass bei manchen Leuten Posten und Macht über dem Allgemeinwohl stehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass ausgerechnet Wilfried Rieck seinen ehemaligen Erzfeind Tobias Müller zur Wahl vorschlägt. Mehrmals hatte Müller bei seinem Ausscheiden aus der Winsener Liste Rieck vorgeworfen, die Unwahrheit zu sagen. Rieck sei ein Mensch, auf den man sich politisch nicht verlassen könne, so Müller damals.
Gleiches gilt für die CDU. Immer wieder haben sie die Winsener Liste als "Fraktion der Gescheiterten" bezeichnet. Doch jetzt, wo man mit ihr und Müller eine verlässliche Mehrheit erreicht hat, will man davon nichts mehr wissen. Ganz nach dem Motto: Was interessiert mich heute mein Geschwätz von gestern.