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"Das Lohndumping bekämpfen": Friseur-Innung zum Bündnis gegen Schwarzarbeit

Innungs-Obermeister Jens Bahlburg (Foto: archiv/ah)
ce. Winsen. "Hier geht es um die Möglichkeit, bereits bestehendes Know-How und regionale Initiativen besser einbringen und koordinieren zu können." Mit diesen Worten hob Jens Bahlburg, Obermeister der Friseur-Innung des Kreises Harburg, auf deren Frühjahrsversammlung in Winsen die Bedeutung des Bündnisses zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung hervor. Der Zentralverband der Friseure, die Gewerkschaft ver.di und das Bundesfinanzministerium hatten das Bündnis kürzlich ins Leben gerufen. Mit dem Zusammenschluss könne man - so Bahlburg weiter - "Lohndumping und damit verbundene Wettbewerbsverzerrungen effizienter bekämpfen".
Ein brisantes Thema war für Bahlburg die Tatsache, dass derzeit fast 25 Prozent der etwa 80.000 Friseurbetriebe in Deutschland einen Jahresumsatz von unter 17.500 Euro erwirtschaften und daher keine Umsatzsteuer zahlen müssen. "Das ist den ordentlichen Betrieben ein Dorn im Auge", sprach der Obermeister dabei auch für den Landesinnungsverband. Von der Politik geäußerte Pläne, die Grenze für die Umsatzsteuer-Pflicht weiter an oben zu schieben, sei "absurd". Stattdessen müsse eine Gleichstellung dahingehend angestrebt werden, dass jeder Betrieb ab dem ersten Euro Umsatz entsprechend Steuern zahle.
In den Friseur-Innungsbetrieben im Landkreis Harburg würden derzeit insgesamt 30 Lehrlinge ausgebildet, was "leider recht wenig" sei. Um die Berufsausbildung zu fördern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, schlug Bahlburg die Einführung einer Sozialkasse vor, die sich im Schornsteinfegerhandwerk bereits erfolgreich bewährt habe. "In diese Kasse würden alle Friseure einzahlen, so die Ausbildung des Nachwuchses gemeinsam schultern und sich finanziell gegenseitig entlasten", so Jens Bahlburg.