Apenser Feuerwehrleute sind schwer enttäuscht

Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Dammann kritisiert die Entscheidung des Samtgemeinderates aufs Schärfste
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  • hochgeladen von Nicola Dultz-Klüver

Fassungslos, desillusioniert und aufgebracht - das sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr der Samtgemeinde Apensen. Das Gerätehaus des Architekturbüros Bautec, das genau auf ihren Bedarf zugeschnitten war, wird nicht gebaut. Stattdessen haben sich die Politiker des Samtgemeinderats nach einer heftigen Debatte mit zwölf Stimmen der SPD und Grünen zu elf Stimmen von CDU, Freie Wählergemeinschaft und Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer für einen Entwurf des Apenser Architekten Bernd Grambow entschieden. Grambow, der erst vor einigen Wochen von der SPD und den Grünen beauftragt wurde, nachdem ihr Wunscharchitekt Florian Kissing abgesprungen war, soll nach dem Gerätehaus in Apensen auch die Häuser in Sauensiek und Beckdorf planen. CDU, Freie Wählergemeinschaft und auch die Feuerwehr favorisieren die Firma Bautec als Architekten. Und Samtgemeindebürgermeister Sommer vertritt die Auffassung, dass man ein Haus mit Unterstützung der Nutzer, also der Feuerwehr, planen sollte.
Schon direkt vor der entscheidenden Ratssitzung hatte die Feuerwehr mit rund 150 Mitgliedern vor dem Rathaus demonstriert. In der Einwohnerfragestunde trugen mehrere Kameraden ihre Kritik vor. Gravierende Mängel des Grambow-Entwurfes sind laut Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Dammann z.B.: Es wurden keine Räume für die Jugendfeuerwehr eingeplant. Für rund 80 Kameraden gibt es nur ein Waschbecken und eine Toilette. Die Stellflächen für die Fahrzeuge sind zu klein. Und für die Gerätehäuser in Sauensiek und Beckdorf gibt es überhaupt noch keine Entwürfe. Bautec hat bereits Zeichnungen präsentiert, die von der Feuerwehr für gut befunden wurden.
Markus Löhden (CDU) erinnerte zudem daran, dass diese Firma mit rund 200 geplanten und realisierten Feuerwehrgerätehäusern als Spezialist gelten darf, während Bernd Grambow bisher erst ein Gerätehaus gebaut habe.
Doch die Einwände änderten nichts am Standpunkt der SPD und Grünen: Da zwischen Grambow und der Feuerwehr noch keine Gespräche stattgefunden hätten, werde der Entwurf ohnehin noch einmal überarbeitet, sagte Siegfried Stresow (SPD).
Damit steht es in den Sternen, ob die angegebenen Baukosten von 1.083.000 Euro für das Apenser Gerätehaus überhaupt eingehalten werden. Bautec hatte Baukosten von insgesamt 1.144.185 Euro genannt.
Schon jetzt ist das größere Bautec-Gebäude in Hinblick auf die umbaute Fläche mit Baukosten von rund 235 Euro je Kubikmeter günstiger als das Grambow-Gebäude (270 Euro pro Kubikmeter). Und das, obwohl die Kosten für das Feuerwehrgerätehaus bisher das ausschlagende Argument in der langjährigen und kräftezehrenden Diskussion war.
Auf Vorschlag von Jan Klindworth (Freie Wählergemeinschaft) soll jetzt ein Arbeitskreis für den Bau des Gerätehauses ins Leben gerufen werden. Markus Löhden, der sich im vergangenen Jahr besonders für eine zufriedenstellende Lösung engagiert hat, steht dafür nicht mehr zur Verfügung: "Ich arbeite nicht an einem Gerätehaus, das die Feuerwehr nicht haben will."
Auch die Geduld der ehrenamtlichen Feuerwehrkameraden und die Lust, sich weiterhin für den Bau zu engagieren, ist verbraucht. "Vier Jahre lang haben wir mitgeplant und freiwillig immer wieder Zeit investiert, um mit den Architekten zu erarbeiten was wir brauchen", ist Gemeindebrandmeister Hans-Heinrich Dammann aufgebracht. "Mit Firma Bautec stand uns erstmals ein Profi zur Seite, der uns sagte, worauf beim Bau zu achten ist. Und jetzt war alles für die Katz'."

Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

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