Beckdorfs Bürgermeister tritt aus der CDU-Fraktion des Apenser Samtgemeinderates aus
Apensen: Jan Gold bleibt Christdemokrat

"Ich werde den Teufel tun und austreten": Jan Gold bleibt in der CDU
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ab. Beckdorf. Beckdorfs Bürgermeister hat genug: Nach neuen Querelen hat Jan Gold jetzt seinen sofortigen Rückzug aus der CDU-Fraktion der Samtgemeinde bekannt gegeben. Gründe dafür gibt es viele. Auf Nachfrage bestätigt Gold, auch sein Amt als Vereinsvorsitzender des Apenser Bürgerbusses hingeschmissen zu haben. Grund: Mitglieder des Bürgerbusvereins hatten ihn aufgefordert, öffentliche Äußerungen über den "Polit-Klüngel" in der Samtgemeinde zurückzunehmen.
Die Wahl der neuen Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock (UWA) ist erst ein paar Tage her, schon schlagen die Wellen in Apensen wieder hoch. Jan Gold hatte sich öffentlich über das Wirken des CDU-Fraktionsvorsitzenden Rolf Suhr geäußert, der auch zwei Vorstandsmitglieder des Apenser Bürgerbusvereins gegen Gold aufgebracht haben soll.

Rückblick: Zwischen Gold und Suhr hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder heftig geknirscht. Die Entwicklung der Kita Beckdorf war unter anderem zum Zankapfel geworden. Und ebenso die Kandidatensuche für die Samtgemeinde-Bürgermeisterwahl via Headhunter, die sich später durch die Kommunalaufsicht als unrechtens herausgestellt hatte: Suhr hatte sie befürwortet, Gold als einer von wenigen strikt abgelehnt (das WOCHENBLATT berichtete in beiden Fällen). 

Auf einer öffentlichen Ratssitzung war der CDU-Fraktionsvorsitzende dann von Jan Gold zum Rücktritt aufgefordert worden. Begründung: Suhr habe gemeinsam mit Interims-Verwaltungschefin Sabine Benden die Ratsmitglieder in der Headhunter-Affäre falsch beraten. 

In einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt, hatte Jan Gold nun Rolf Suhr seinen Austritt aus der CDU-Fraktion des Apenser Samtgemeinderates erklärt. Seine Begründung: Rolf Suhr habe durch seine Aktivitäten ein "negatives Echo in der Öffentlichkeit" erzeugt und sich "parteischädigend" verhalten. Suhrs Reaktion: "Tritt auch aus der Partei aus, Leute wie dich können wir nicht brauchen."

"Ich werde den Teufel tun und austreten", antwortet Jan Gold auf WOCHENBLATT-Nachfrage. "Aber ich sehe keinen Sinn mehr darin, weiterhin Sitzungen der CDU-Fraktion des Samtgemeinderates zu besuchen." Mit seiner Meinung stehe er häufig alleine da. Außerdem sei er davon überzeugt, dass wiederholt Themen ohne ihn besprochen wurden, er ausgeschlossen wurde.

Ausschlaggebend für das große Zerwürfnis sei jedoch die Beckdorfer Kita. "Früher war die Gemeinde Beckdorf Träger, dann hat die Samtgemeinde die Trägerschaft übernommen", berichtet Gold. Beckdorf blieb Eigentümer. Bei der dringend erforderlichen Erweiterung wollte Beckdorf weiterhin den Hut aufhaben und hatte bereits Jahre in die Planung gesteckt. "Wir hatten sogar überlegt, die Trägerschaft für die Kita zurückzunehmen. Das wollte aber niemand im Rat und bei den personellen Erzieher-Engpässen wäre das Risiko zu groß gewesen."

Der Samtgemeinderat hatte nach längeren Diskussionen schließlich mehrheitlich dafür votiert, die Kita-Erweiterung nicht in Beckdorfer Hand zu lassen, sondern an die Samtgemeinde abzugeben. Sehr zum Unwillen der Beckdorfer und mit dem Ergebnis, dass der damalige Beckdorfer Bürgermeister Siegfried Stresow (SPD) im Spätsommer 2018 von sämtlichen Ämtern zurückgetreten war. "Dadurch wird sich der Kita-Bau um mindestens ein Jahr verzögern", ist Gold überzeugt.

Was seinen Rücktritt als Vorstandsvorsitzender des Bürgerbusvereins betrifft: "Man muss Kommunalpolitik und Vereinsarbeit trennen können", sagt Jan Gold. Zwei Vorstandsmitglieder hätten ihm per Mail angedroht, sich aus dem Bürgerbusverein zurückzuziehen, sollte er seine Äußerungen nicht zurücknehmen. "Zu meinen Äußerungen stehe ich. Und ich lasse mich nicht erpressen." Den Sinn des Bürgerbusses finde er wichtig; er bleibe weiterhin Mitglied im Verein. "Ich dachte auch, wir mögen uns - bis zu dieser Mail."

Sich aus der CDU-Fraktion im Samtgemeinderat zurückzuziehen, sei für ihn ein absolut notwendiger Schritt gewesen. Ab sofort wird er dort als Einzelkämpfer unterwegs sein.

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