Eine Bahntrasse als Gewerbegebiet?

Siegfried Stresow will nicht, dass im Flächennutzungsplan Gewerbeflächen im Beckdorfer Siedlungsbereich ausgewiesen werden
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  • hochgeladen von Nicola Dultz-Klüver

Beckdorfer Bürgermeister Siegfried Stresow wehrt sich gegen geplante Änderung des Flächennutzungsplans

Soll auf der stillgelegten Bahntrasse in Beckdorf im Bereich des Bahnhofs ein neues Gewerbegebiet entstehen? Diese Befürchtung haben Beckdorfer Ratsherren, nachdem die Gemeinde Sauensiek als Eigentümer der ehemaligen Bahntrasse bei der Samtgemeinde einen Antrag gestellt hat, die Fläche im Flächennutzungsplan als Gewerbefläche auszuweisen. Siegfried Stresow, Bürgermeister in Beckdorf, ist sauer. "Auch wenn heute gesagt wird, dass das nur Formalitäten sind und dort kein Gewebegebiet entstehen soll, wissen wir nie, was die Zukunft mit sich bringt", so Stresow. In Beckdorf wolle man das Gewerbe langfristig in Richtung Apensen ansiedeln und nicht im Ortskern. Auch stört es den Bürgermeister, dass seine Gemeinde übergangen wurde und der Antrag gleich an die Samtgemeinde gestellt wurde.
"Dieser Weg ist aber völlig korrekt", kontert Bauamtsleiterin Sabine Benden. Denn der Flächennutzungsplan sei alleinige Angelegenheit der Samtgemeinde. Auch handele es sich lediglich um eine Darstellungsform, wie Flächen genutzt werden können, und nicht um einen Bebauungsplan, der für die Errichtung eines Gewerbegebietes die notwendigen Voraussetzungen schafft. Für den Bebauungsplan sind die Gemeinden zuständig. "Beckdorf hat es also auch weiterhin in der Hand, wo sich Gewerbe ansiedelt und wo nicht", sagt Benden.
Sauensiek habe einen Antrag zur Änderung des Flächennutzngsplans stellen müssen, weil die Gemeinde kein Bahnunternehmen sei und somit auch nicht Eigentümer einer Bahntrasse sein könne. Die Zone wie außerhalb der Siedlungen als Ausgleichsfläche einzutragen, sei innerhalb der Siedlung nicht möglich. Da im Flächennutzungsplan sowohl nördlich als auch südlich der ehemaligen Bahntrasse Gewerbeflächen ausgewiesen sind, sei es am sinnvollsten, die dazwischen liegende Zone anzugleichen. Dass sich auf der etwa 20 Meter breiten Trasse tatsächlich ein Gewerbe ansiedelt, ist laut Sabine Benden nur theoretisch möglich. Zwar könnte sich ein Unternehmen wie die Stader Saatzucht, das tatsächlich über angrenzende Flächen verfügt, für die Zone interessieren, um dort z.B. Garagen zu bauen. "Aber dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden", sagt Sabine Benden. "Und das ist dann wieder Angelegenheit der Gemeinde Beckdorf."

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