EMPORE-Geschäftsführer Onne Hennecke bedauert die Absage der Open-Air-Veranstaltungen

EMPORE-Geschäftsführer Onne Hennecke hatte gehofft,
dass die Open-Air-Veranstaltungen besser beim Publikum ankommen
  • EMPORE-Geschäftsführer Onne Hennecke hatte gehofft,
    dass die Open-Air-Veranstaltungen besser beim Publikum ankommen
  • Foto: Heinrich Helms
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

"Die Nachfrage war von Beginn an schleppend"

mum. Buchholz. Während die Autokino-Veranstaltungen von Movieplexx-Chef Carsten Reck ein großer Erfolg sind und Besucher aus der ganzen Region anlocken, kommt das Open-Air-Programm der EMPORE nicht gut an. Erst sagte EMPORE-Geschäftsführer Onne Hennecke das Autokino-Format ab, jetzt folgte das kurzfristige Aus für die ersten fünf Veranstaltungen des "Kultur-Sommers" vor dem EMPORE-Teich. Betroffen sind unter anderem die Gastspiele von Lisa Feller, Abdelkarim Zemhoute, Elke Winter, Mundstuhl und "Die Feisten". Mit WOCHENBLATT-Redakteur Sascha Mummenhoff sprach Hennecke über die Hintergründe.

WOCHENBLATT: Warum wurden die Open-Air-Veranstaltungen in der Stadt abgesagt?
Onne Hennecke: Uns ist die Absage der Juli-Veranstaltungen sehr schwer gefallen, aber offenbar ist es in diesen Tagen viel problematischer als gedacht, die Menschen für neue Kultur-Angebote zu begeistern. Trotz des von vielen Seiten gelobten Programms und der intensiven Bewerbung ist die Nachfrage nach Karten von Beginn an sehr schleppend verlaufen. Wir hatten zunächst angenommen, dies hängt mit dem speziellen Auto-Kultur-Format zusammen. Viele Gäste haben uns gesagt, sie hätten keine Lust, im Auto so weit weg von der Bühne zu sitzen. Entsprechend mau waren die Verkäufe. Deshalb sind wir nach den Corona-Lockerungen auf ein bestuhltes Open-Air-Konzept umgestiegen. Auf dem Marktplatz haben wir damit gute Erfahrungen gemacht.

WOCHENBLATT:
Wie viele Tickets wurden verkauft?
Hennecke: An diesem Wochenende wären es trotz der prominenten Namen in keiner der drei geplanten Veranstaltungen mehr als 60 bis 90 Besucher gewesen. Kalkuliert hatten wir mit mindestens 300 pro Abend. Alle Kosten wie Gage des Künstlers, Bühne und Technik, Ausleihe von Stühlen und Zäunen sowie das Personal müssen durch Einnahmen gedeckt werden. Dies wäre jedoch bei allen Veranstaltungen im Juli deutlich verfehlt worden.

WOCHENBLATT:
Sind Kosten entstanden?
Hennecke: Ausfallkosten entstehen abgesehen vom Marketing durch diese Absagen nicht. Unsere Partner, Sponsoren und auch die Künstler sind bewusst mit uns ins Risiko gegangen, für diese Solidarität sind wir sehr dankbar. "Die Feisten" - einer der besten A-cappella-Acts in Deutschland - hätten sogar ihren Urlaub in Bayern unterbrochen und wären am Sonntag für einen einzelnen Auftritt nach Buchholz gekommen. Ich bitte um Verständnis, dass dies bei so wenigen Gästen auch den Künstlern nicht zumutbar gewesen wäre.

WOCHENBLATT:
Alle Künstler kommen doch eigentlich gut beim Publikum an. Haben Sie eine Erklärung, warum der Verkauf dennoch nicht funktionierte?
Hennecke: Wir sind seit Jahren mit tollen Besucherzahlen in der EMPORE verwöhnt. Über die jetzige Zurückhaltung können wir nur spekulieren. Das wechselhafte Wetter ist sicher ein Grund, möglicherweise fahren auch mehr Menschen in den Urlaub, als noch vor Wochen anzunehmen war. Auch war der Vorlauf sehr kurz für dieses Projekt. Inzwischen haben wir von anderen Veranstaltern mit ähnlichen Open-Air-Bühnen erfahren, dass es auch dort schleppend läuft und Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Ich bin mir sicher, dass auch Corona ein Grund für die Zurückhaltung ist und viele Menschen größere Ansammlungen meiden möchten. Dabei hätten wir hier mit Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen noch dazu unter freiem Himmel alle Voraussetzungen für eine sehr sichere Veranstaltung gehabt.

WOCHENBLATT:
Was ist mit den Veranstaltungen ab August?
Hennecke: Wir geben nicht auf! Die Veranstaltungen mit Alma Hoppe (7. August), LaLeLu (8. August), Ingo Appelt (14. August) und Maybebop (21. August) sollen stattfinden, wenn Wetter und Anzahl der Gäste es zulassen. Wir hatten uns schon sehr auf die Events gefreut und ich wollte mein Team damit aus der Kurzarbeit zurückholen. Wir wollen endlich wieder loslegen, unseren Job machen und Kultur live anbieten. Ohne eine ausreichende Anzahl von Besuchern können wir dies aber nicht schaffen.

WOCHENBLATT:
Was passiert mit den bereits gekauften Tickets?
Hennecke: Die Karten werden selbstverständlich erstattet. Da wir in Corona-Zeiten Kontaktdaten aller Käufer notiert haben, sind bereits alle am Mittwoch per E-Mail informiert worden.

WOCHENBLATT:
Danke für das Gespräch.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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