"Es muss erlaubt sein, Dinge in Frage zu stellen"

Wird am Reformationstag in sein neues Amt eingeführt: 
Pastor Arne Hildebrand
  • Wird am Reformationstag in sein neues Amt eingeführt:
    Pastor Arne Hildebrand
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WOCHENBLATT-Interview mit Pastor Arne Hildebrand (37) zur Bedeutung des Reformationstags

(os). Der Mittwoch, 31. Oktober, ist ein besonderer Tag: Der Reformationstag ist wieder gesetzlicher Feiertag, parallel gibt es landauf, landab viele Halloween-Feiern. Für Arne Hildebrand (37) ist der Tag aus einem dritten Grund besonders: Er wird als neuer Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Paulus in Buchholz eingeführt. Im Interview mit WOCHENBLATT-Redaktionsleiter Oliver Sander erklärt Hildebrand, warum ihm der Reformationstag wichtig ist, er aber auch Halloween nicht verteufelt.
WOCHENBLATT: Sie werden am Reformationstag in Ihr neues Amt eingeführt. Welche Bedeutung hat der Reformationstag für Sie persönlich?
Arne Hildebrand: Es ist beeindruckend, wie Martin Luthers Auseinandersetzung mit der Kirchenleitung zu ganz neuen Bewegung führte. Mich inspiriert das. Es muss erlaubt sein, Dinge in Frage zu stellen, die in der Kirche oder in der Gemeinde Tradition geworden sind. Grundsätzlich zeigt der Tag, dass Veränderung nötig und möglich ist. Sie bewirkt Erneuerung im Glauben.
WOCHENBLATT: Der Reformationstag ist erstmals wieder gesetzlicher Feiertag. Wie wichtig ist das für die Kirche und Sie persönlich?
Hildebrand: Es ist der einzige spezifisch „evangelische Feiertag“. Das ist etwas Besonderes. Ich finde, dass er ein passendes Pendant zu spezifisch katholischen Feiertagen in anderen Bundesländern ist. Die freie Zeit können wir so bewusster nutzen, um an seinen Ursprung zu denken. Es tut uns evangelischen Christen gut, sich auf einen Teil unserer Wurzeln zu besinnen.
WOCHENBLATT:
Viele Menschen verbinden den 31. Oktober mittlerweile eher mit Halloween als mit der Kirche. Was muss geschehen, damit an diesem Datum wieder mehr Menschen an Martin Luther als an "Süßes oder Saures" denken?
Hildebrand: Ich finde „Süßes oder Saures“ nicht schlimm. Ich bin als Kind in New York bereits vor 30 Jahren durch die Nachbarschaft gezogen und habe meinen Rucksack mit Süßigkeiten gefüllt. Außerdem gibt es manche Gemeinsamkeiten zwischen Reformation und Halloween. In der Reformation haben wir gesehen, dass es gut tut mal anders zu denken und neue Wege einzuschlagen. An Halloween verkleiden wir uns, spielen jemand anders und nehmen eine neue Rolle ein.
WOCHENBLATT: Was bedeutet das für den Reformationstag?
Hildebrand: Damit der Reformationstag als solcher wahrgenommen wird, müssen wir ihn immer wieder bewusst und aktuell machen. Das ist in den letzten Jahren bis zum Reformationsjubiläum kumuliert, als im ganzen Land die Kirchen unverhofft gut besucht waren. Ähnlich wie zu anderen christlichen Feiertagen (Ostern, Pfingsten, Weihnachten) sollten wir uns jedes Jahr neu die Frage stellen, was dieser Tag in diesem Jahr für uns bedeutet. Nur wenn wir diese Gelegenheit des Neudenkens wahrnehmen, können wir die Bedeutung der Feste wahren und die Relevanz der jeweiligen Zeit verdeutlichen.
WOCHENBLATT: Sie haben sich vorgenommen, Menschen für das Gemeindeleben zu begeistern, die beruflich und privat stark eingebunden sind. Wie kann das gelingen?
Hildebrand: Sobald ich das herausgefunden habe, schreibe ich ein Buch darüber (lacht). Da werde ich verschiedene Ideen sammeln und Dinge ausprobieren. Auf jeden Fall notwendig sind meines Erachtens aber Authentizität und Relevanz. Diese Menschen erwarten Begegnungen und Informationen, die in ihre jeweilige Lebenssituation passen und die ehrlich vermittelt werden. Wie das zusammenpasst, wird in den nächsten Jahren eine bleibende Herausforderung sein.
WOCHENBLATT: Herr Hildebrand, vielen Dank für das Gespräch.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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