Tag des Hörens am 3. März
Etwas gegen den Tinnitus unernehmen

Unsere Ohren sind wahre Wunderwerke der Natur. So sind wir in der Lage, zwischen zehn Oktaven und bis zu 400.000 Tönen zu unterscheiden | Foto:  Pexels/Pixabay.com
  • Unsere Ohren sind wahre Wunderwerke der Natur. So sind wir in der Lage, zwischen zehn Oktaven und bis zu 400.000 Tönen zu unterscheiden
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Das Gehör spielt bereits vor der Geburt eine wichtige Rolle. Im dunklen Mutterleib nehmen Babys die Außenwelt als Erstes über ihre Ohren wahr. Ob Stimmen, Musik oder Umweltgeräusche: Durch Bauchdecke und Fruchtwasser hören sie dabei zunächst nur tiefe Töne. Obwohl die meisten Menschen mit einem voll funktionsfähigen Gehör geboren werden, dauert es bis etwa zum Grundschulalter, bis der Hörsinn vollständig ausgebildet ist. Spätestens dann zeigt sich: Unsere Ohren sind wahre Wunderwerke der Natur. So sind wir in der Lage, zwischen zehn Oktaven und bis zu 400.000 Tönen zu unterscheiden. Sei es das zufriedene Schnurren einer Katze oder Fingernägel, die über eine Tafel kratzen: Geräusche können dabei von Wohlsein bis Gänsehaut viele Gefühle auslösen. Darüber hinaus ermöglicht unser Hörsinn Kommunikation und erfüllt eine wichtige Warnfunktion, indem er akustische Signale rund um die Uhr an das Gehirn übermittelt.

Das funktioniert, indem Schallwellen unser Trommelfell zum Schwingen bringen. Aus dem Mittelohr wird diese Schwingung ins Innenohr weitergeleitet, wo sie feine Haarsinneszellen in Bewegung setzt. Diese übertragen akustische Signale über den Hörnerv an unser Gehirn. Das auditive Zentrum ist dort dafür verantwortlich, Schallwellen sinnvoll zu interpretieren.

Um ein Übermaß an Informationen zu verhindern, sorgt unser Denkorgan dafür, dass nur wichtige Töne bewusst wahrgenommen werden – unwichtige Höreindrücke werden dafür herausgefiltert. Befinden wir uns beispielsweise auf einer Party, ist es so möglich, dass wir uns trotz Stimmengewirr und Musik auf die Worte unseres Gesprächspartners konzentrieren können. Der auditive Filter verhindert auch, dass wir nachts von jedem Geräusch erwachen. Kurzum: Unser Hörsinn verleiht uns nicht nur die wichtige Fähigkeit des Hörens, sondern auch die des Weghörens. Zum Problem wird es, wenn uns das Ausblenden von Geräuschen nicht mehr gelingt. In besonderem Maße ist das der Fall bei einem Tinnitus.

Betroffene hören oft rund um die Uhr ein Störgeräusch, das sich zum Beispiel in Form eines Piepens, Rauschens oder Summens bemerkbar macht. Das Besondere: Ein solches Ohrgeräusch entspringt keiner äußeren Schallquelle, sondern entsteht im Gehirn. Wissenschaftler gehen davon aus, dass zerstörte oder überreizte Haarsinneszellen im Innenohr das Phantomgeräusch auslösen können. Zu den möglichen Ursachen von Ohrgeräuschen gehören hohe Lärmbelastung, eine mangelnde Durchblutung des Innenohrs oder Probleme im Nacken- oder Kieferbereich. Häufig wird ein Tinnitus auch mit psychischen Belastungssituationen in Verbindung gebracht. Nicht immer kann dem Ohrgeräusch eine eindeutige Ursache zugeordnet werden. Bleibt es über mehr als drei Monate bestehen, spricht man von einem chronischen Tinnitus.

Redakteur:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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