Begegnungsstätte Heideruh
Keine Flüchtlinge mehr: Ende eines gelungenen Projekts

Besteht seit mehr als 90 Jahren: die antifaschistische Begegnungsstätte Heideruh
  • Besteht seit mehr als 90 Jahren: die antifaschistische Begegnungsstätte Heideruh
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os. Seppensen. Nach mehr als sieben Jahren steht die antifaschistische Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh nicht länger als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. Das teilt die Leiterin Bea Trampenau mit. Ende März ende eine wichtige Etappe in der mehr als 90-jährigen Geschichte der Heideruh - "mit Wehmut und Erleichterung". Die Begegnungsstätte werde sich nun wieder dem Kern ihrer Arbeit widmen - der politischen Bildungs- und Gedenkkultur.
Als sich die politische Situation im Nahen Osten verschärfte - noch vor der sogenannten Flüchtlingskrise -, entschieden sich die Verantwortlichen der Heideruh um Bea Trampenau, dem Landkreis Harburg einen Teil der Einrichtung für neun Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Hier sollten sie in Ruhe ankommen, sich von den traumatischen Erfahrungen erholen und eine neue Perspektive entwickeln.
Das Fazit des Flüchtlingsprojekts sei positiv: Keiner der insgesamt 22 Bewohner wurde in den vergangenen Jahren gegen seinen Willen abgeschoben. Zwei Flüchtlinge konnten sich eine gute Existenz im Ausland aufbauen, einer ging geschützt in sein Heimatland zurück, zwei Familien wurden in Buchholz zusammengeführt und integriert. "Die meisten haben nach jahrelangem Bangen, Warten und Kämpfen einen gesicherten Aufenthaltsstatus", betont Bea Trampenau.
Mehr als 30 Veranstaltungen und drei Festivals organisierten die Helfer der Heideruh, einige Jahre fand zudem eine regelmäßige Disko für Flüchtlinge statt.
Die Zeit der Corona-bedingten Schließung der Heideruh habe man genutzt, um grundlegend zu überprüfen, wie man die zumeist ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter entlasten könne, erklärt Bea Trampenau. Dabei habe man festgestellt, dass man die unbezahlte Arbeit für die Bewohner nicht mehr leisten könne.

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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