"Buchholz bleibt bunt": Mehr als 200 Menschen demonstrierten gegen Rassismus

Mit Plakaten wie "Rassismus tötet" und "Nationalität? Mensch!" machten die Bürger am Peets Hoff in Buchholz Front gegen Alltags-Rassismus
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Auslöser für die Demonstration war ein Übergriff, den die Polizei als fremdenfeindlich einstuft. In der Nacht vom 25. auf 26. Juli wurden in Buchholz zwei Migranten von einer Gruppe Männer - die Polizei spricht von zehn bis 20 Personen - durch die Innenstadt gejagt. Dabei seien Sprüche wie "Scheiß Ausländer" und "Wir machen Buchholz sauber" gefallen.
"Unser breites Bündnis ist auch aus Frust darüber entstanden, dass die Solidarität gegenüber den Opfern fehlte", sagte Lukas Lege von der Grünen Jugend im Namen aller Veranstalter. Rassismus sei in Deutschland wieder salonfähig geworden. "Wir wollen ein lautes Zeichen für eine tolerante Gesellschaft setzen, in der niemand Angst vor seinem Nächsten haben muss", betonte Lege.
Weitere Redner erklärten, dass man sich auch im Alltag gegen Rassismus zur Wehr setzen müsse. Rassismus zeige sich auch in Form von dummen Sprüchen oder in Problemen von Migranten bei der Wohnungssuche. Fälle wie der Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke im Juli 2019 oder die Anschläge in Halle im Oktober 2019 sowie in Hanau im Februar 2020 zeigten deutlich, dass rassistische Verbrechen keine Einzelfälle seien. Und die Menschenjagd in Buchholz zeige, dass auch vor der eigenen Haustür das Problem da sei.
Übrigens: Die Polizei lobte die Demonstration. Die Versammlung sei störungsfrei verlaufen, die Corona-Hygieneregeln seien durchgängig eingehalten worden.

AUF EIN WORT

Was Buchholz Berlin voraus hat
Einen Zusammenhang der Demonstrationen herzustellen, die am vergangenen Samstag beinahe zeitgleich in Buchholz und Berlin stattfanden, scheint mutig. Allerdings nur auf den ersten Blick. In Buchholz geschah, was man sich in der Hauptstadt gewünscht hätte: Ein deutliches Statement, dass man rechtsgerichtete, antidemokratische Strömungen nicht wünscht.
Nachdem sie bei der Demonstration "Buchholz bleibt bunt" Personen entdeckt hatte, die sie dem rechten Spektrum zurechnet, trat Bea Trampenau von der Antifaschistischen Bildungs- und Erholungsstätte Heideruh ans Mikrofon und bat diese sowie alle anderen Bürger, die sich nicht mit den Zielen der Veranstalter - u. a. offene Gesellschaft und Kampf gegen alltäglichen Rassismus - identifizieren, nach Hause zu gehen.
Genau das geschah in Berlin offensichtlich nicht. Unter dem Deckmantel, gegen die Corona-Regelungen demonstrieren zu müssen, zeigten Ewiggestrige ihr wahres Gesicht und marschierten mit schwarz-weiß-roten Reichsflaggen zum Reichstag. Es gab keine Widerworte, keine Aufforderung, die Demo nicht für ihre kruden Gedanken zu missbrauchen. Zuletzt wurden Medien, auch das WOCHENBLATT, oft kritisiert, weil sie Demonstranten mit Rechtsextremen ungerechterweise in einen Topf warfen. Diejenigen, die in Berlin nicht ihre Stimme erhoben, können diesen Vorwurf nicht mehr machen.
Die Bilder aus Berlin werden lange nachwirken, gerade wegen der Symbolik. Dass ausgerechnet der Reichstag gestürmt werden sollte, kann keinen Demokraten kalt lassen. Jener Reichstag, der im Februar 1933 in Brand gesetzt wurde, mit der Folge, dass mit der "Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat" die Grundrechte der Weimarer Verfassung de facto außer Kraft gesetzt wurden. Der Weg war frei für das Nazi-Regime, das Deutschland in die dunkelste Episode (Zweiter Weltkrieg) mit zig Millionen Toten, Rassismus und Verfolgung der politischen Gegner führte. Oliver Sander

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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