Eltern wehren sich mit Petition: Bis zu 680 Euro für die Kinderbetreuung in Buchholz

Wie teuer darf die Betreuung von Krippenkindern sein?
  • Wie teuer darf die Betreuung von Krippenkindern sein?
  • Foto: Pixelio / Oksana Kuzmina
  • hochgeladen von Oliver Sander

os. Buchholz. Mit einer Online-Petition wehren sich Eltern in der Stadt Buchholz gegen die geplante Erhöhung der Krippengebühren. Bis dato wird der Vorstoß, den die dreifache Mutter Stefanie Frese für eine Elterninitiative initiiert hat, von 530 Bürgern aus der Nordheidestadt unterstützt. 660 sind notwendig, um das Schreiben an Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse übergeben zu können.
Hintergrund: Die Stadt arbeitet auf Ratsbeschluss an einer "Neufassung der Benutzungs- und Gebührensatzung für die Betreuung in Tageseinrichtungen für Kinder in der Stadt Buchholz". Die Neukalkulation sieht u. a. vor, dass die monatliche Gebühr für eine täglich achtstündige Betreuung für bis dreijährige Kinder auf bis zu 680 Euro steigt. Zum Vergleich: In Winsen werden maximal 400 Euro fällig, in Stade sind es 176 Euro. Betroffen sind Familien mit einem Jahresbruttoeinkommen von 96.600 Euro für einen Vierpersonenhaushalt mit zwei Kindern bzw. 93.600 Euro für einen Dreipersonenhaushalt mit zwei berufstätigen Eltern und einem Kind.
Die Stadt verweist darauf, dass zwar die Kosten in den oberen Gehaltsstufen steigen, die Mehrzahl der Eltern aber finanziell entlastet würden. So zahlen künftig in einem Vierpersonenhaushalt Eltern mit einem Gesamtbruttoeinkommen von 27.600 Euro künftig 200 statt bisher 204 Euro pro Monat, bei 36.600 Euro sind es ebenfalls 200 Euro (minus 68,80 Euro), bei 63.600 Euro werden 416,50 Euro fällig (minus 46,70 Euro). Alle Rechenbeispiele stehen unter www.buchholz.de (Unterpunkt Politik online, Textrecherche, Suchbegriff 0617).

AUF EIN WORT

Land und Bund sind in der Pflicht

Ich kann die Aufregung der Eltern verstehen, die in Buchholz gegen die Erhöhung von Teilen der Krippengebühren protestieren. Auch wenn man als Eltern weiß, dass das Aufziehen von Kindern Geld kostet, sind 680 Euro pro Monat eine Menge Holz. Dass diese Summe nur von Besserverdienern zu zahlen ist, ist für mich unwichtig.
Ich kann aber auch die Kommunen verstehen, die nach Wegen suchen, wie sie die Betreuung von Krippen- und Kindergartenkindern finanziert bekommen. In Buchholz steigen die jährlichen Kosten für die Finanzierung der Kinderbetreuung von derzeit zehn Millionen Euro auf rd. 14 Millionen Euro im Jahr 2023 an. Das Problem: Sparen können Kommunen bei diesen Kosten nicht, denn Eltern haben einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz.
Hier liegt das Hauptproblem: Das Land Niedersachsen und der Bund haben mit der Beitragsbefreiung von den Kitakosten und dem "Gute-Kita-Gesetz" Neuerungen geschaffen, an deren Finanzierung sie sich nicht beteiligen. Den Schwarzen Peter haben so die Gemeinden, denen das Geld für andere Investitionen fehlt. Wenn es Land und Bund ernst meinen, Familien unterstützen zu wollen, müssen sie ihrerseits die Kommunen finanziell fördern! Parallel muss die Stadt Buchholz ermitteln, warum die Betreuungskosten so viel höher sind als in anderen Kommunen. Vielleicht liegt es daran, dass es in Buchholz so viele verschiedene Anbieter gibt?! Oliver Sander

Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

Service

In einer Gemeinde haben sich die Corona-Zahlen innerhalb eines Monats mehr als verdoppelt
Corona-Fälle in den Kommunen des Landkreises Stade: Aktuelle Grafik zeigt Gesamtwerte und Steigerungsraten

(jd). Der Landkreis Stade bewegt sich bei den Corona-Zahlen wie viele norddeutsche Kreise und Kommunen eher im unteren Bereich. Im bundesweiten Vergleich liegt die Zahl der bisher positiv auf den Coronavirus getesteten Personen deutlich unter dem Durchschnitt. Aktuell hat der Landkreis Stade eine Gesamtinzidenz von 1.167 (Inzidenzwert der Gesamtfälle seit Beginn der Pandemie, bezogen auf 100.000 Einwohner). Der durchschnittliche Wert für Deutschland liegt derzeit bei 2.445, für Niedersachsen...

Panorama
Jan-Florian Graf von Bothmer

Interview mit dem Feuerwerker Jan-Florian Graf von Bothmer
"Heimwerkerfreier Tag bringt mehr als Feuerwerksverbot"

(tk). Über das Thema Böllerverbot hat das WOCHENBLATT mit Jan-Florian Graf von Bothmer, Geschäftsführer und Inhaber von "Bothmer Pyrotechnik" in Scheeßel (Kreis Rotenburg) gesprochen. WOCHENBLATT: Angesichts der Pandemie hat es in Holland bereits ein Verbot von Böllern und Raketen gegeben. Haben Sie Verständnis für eine solche Entscheidung? von Bothmer: Das ist so nicht ganz korrekt. Böller, Raketen und sogenannte „Single Shots“ waren in Holland seit diesem Jahr generell verboten. Teile der...

Panorama

Die Zahlen vom 16. Januar
Corona im Landkreis Harburg: Eine weitere Person gestorben

(ce). Von insgesamt 57 auf 58 angestiegen ist die Zahl der Personen, die im Landkreis Harburg mit oder am COVID-19-Erreger verstorben sind. Das teilte der Landkreis Harburg am Samstag, 16. Januar, mit.  Wieder leicht gesunken - nämlich 69,96 auf 63,7- ist im Zusammenhang mit dem Coronavirus der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Landkreis.   Derzeit sind 250 Menschen bekannt, die mit dem Coronavirus infiziert sind - am Vortag waren es 231 Fälle gewesen. Insgesamt waren im Landkreis Harburg seit...

Sport
Nach dem Spiel feierte das Team des Buxtehuder SV auch das 1111 Bundesliga-Tor von Lone Fischer (vorne Vierte v.re. stehend)
26 Bilder

Handball-Derby der 1. Bundesliga
Buxtehude besiegt die „Luchse“ deutlich

(cc). Der Buxtehuder SV (BSV) hat sich im prestigeträchtigen Derby der 1. Bundesliga am Samstagabend in der Nordheidehalle deutlich mit 30:15 (Halbzeit: 12:9) Toren gegen Aufsteiger und Kooperationspartner Handball-Luchse (HL) Buchholz 08-Rosengarten durchgesetzt. Mit dem Sieg verbesserte der BSV sich auf Rang sieben der Tabelle (16:12 Punkte). Die „Luchse“ bleiben mit 8:22 Zählern auf dem Punktekonto Tabellen-13. Dabei führen die „Luchse“ schnell mit 3:0 (4. Minute). Dann aber verkürzte Annika...

Panorama
Nicht überall klappte der Start in das Distanzlernen reibungslos Foto: Fotolia/Monkey Business

Homeschooling: WOCHENBLATT fragt sein Leser
Schule zuhause: Top oder Flop?

(tk). Montagmorgen in Deutschland: Zehntausende Schüler loggen sich in ihre Homeschooling-Plattformen ein - theoretisch. Denn vielerorts bricht das Netz zusammen. Die Server waren schlichtweg überlastet, als sich etwa mit dem Ende der Weihnachtsferien in Niedersachsen die Schüler online zurückmeldeten. Statt Begrüßung im Videochat gab es einen schwarzen Monitor. Ist das ein Sinnbild dafür, dass es seit dem Ende der Sommerferien, und damit der Rückkehr in eine Art schulischer Normalität mit...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen